Verständigung vor den ersten Worten

Erzieherinnen erlernen die Sprache der Babys

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Sieben Erzieherinnen der Kitas Gernegroß und St. Michael haben an einem Seminar über die Gebärden von Kleinkindern teilgenommen.

Werdohl - Eltern geben ihre Kinder mittlerweile immer früher zur Betreuung in eine Kindertagesstätte. Bestes Beispiel dafür ist die U3-Betreuung. Manche Sprösslinge können gerade einmal laufen, wenn sie in eine Kita aufgenommen werden – richtig sprechen können sie noch nicht.

Deshalb hapert es mitunter auch mit der Verständigung zwischen den Erzieherinnen und ihren kleinsten Schützlingen. Diesem Missstand wollen Erzieherinnen der beiden Kitas Gernegroß und St. Michael abhelfen. Dazu haben sie am Donnerstag ein ganztägiges Seminar besucht, in dem es um die Gebärdensprache von Babys ging. Denn Babys versuchen durchaus schon, sich verständlich machen, bevor sie ihre ersten Worte sprechen. 

Kommunikation durch Handzeichen

Sie teilen ihre Bedürfnisse oder Beobachtungen dann durch Handzeichen mit: „Winke-winke“ versteht praktisch jeder, auch die Zeichen für Essen, Trinken und Schlafen sind leicht zu entschlüsseln. Welche Gebärden Babys sonst noch so drauf haben und wie sie damit ausdrücken, was sie denken, sehen oder wollen, erfuhren die Erzieherinnen in dem Seminar des Hamburger Anbieters Babysignal. 

Die Erzieherinnen erfuhren außerdem, dass es keineswegs die Sprechfreude von Kindern hemmt, wenn man auf ihre Gebärden eingeht. Vielmehr werde durch das positive Kommunikationserlebnis die natürlich kindliche Sprechfreude und Sprachentwicklung sogar unterstützt. 

Gebärden als Brücke zwischen Sprachen

Gebärden können auch eine Brücke zwischen Sprachen bilden. Das weiß jeder, der schon einmal im Urlaubsrestaurant ohne Kenntnisse der Landessprache eine Bestellung aufgegeben hat. Sinnvoll eingesetzt werden können Gebärden auch bei mehrsprachig aufwachsenden Kindern. Sie dienen dann ebenfalls dem Spracherwerb. Dies dürfte für die Erzieherinnen der Werdohler Kitas, die viele Kinder mit Migrationshintergrund zu betreuen haben, eine wertvolle Erkenntnis gewesen sein und ihren Arbeitsalltag erleichtern.

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