Günthers Sporttag für Ein-Euro-Jobber

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WERDOHL - „Komm schon, bleib in Bewegung“, ruft Erwin Günther, klatscht mehrmals in die Hände und läuft ein Stück mit. Kein Wunder, dass es dem 62-Jährigen gelingt, seine Schützlinge für Sport zu begeistern. „Und der ist in vielerlei Hinsicht ganz wichtig“, stellt der Mitarbeiter der Stadt Werdohl fest. Schon seit vielen Jahren betreut Erwin Günther die Ein-Euro-Jobber in der Stadt Werdohl.

„Und den Sporttag gibt es schon fast von Anfang an,“ erzählt Günther. Je nach Witterung findet der monatliche Aktionstag, wie am Dienstag, in der Halle am Köstersberg statt. „Meistens treffen wir uns aber auf einem Sportplatz,“ berichtet der 62-Jährige. Auf dem Programm stehen Laufspiele, die die Koordination und die Geschicklichkeit fördern, Handball, Fußball – und manchmal sogar musikalisches Fitness-Training mit der Werdohler Übungsleiterin Tanja Funke.

Als ehemaliger Stadtsportbeauftragter der Stadt Werdohl weiß Erwin Günther um die großen Vorteile sportlicher Betätigung. „Gesundheitsförderung ist dabei ein ganz wichtiger Aspekt. Und gerade, wenn man zum Beispiel als Langzeitarbeitsloser oder Asylbewerber in einer schwierigen Situation steckt, hilft Sport auch, den psychischen Druck abzubauen und wirkt ausgleichend,“ betont der Werdohler. „Der Sport ist eine willkommene Abwechslung und stärkt außerdem das Selbstbewusstsein“, fügt er hinzu.

Darüber hinaus würden die soziale Kompetenz und das Zusammengehörigkeitsgefühl gefördert sowie der Teamgeist gestärkt. „Das ist gerade für mich und meine Mitarbeiter ganz wichtig. Denn die Truppe verändert sich ja ständig. Neue Ein-Euro-Jobber kommen dazu, andere gehen.“ Hinzu kommt, dass Günthers Schützlinge keiner bestimmten Altersgruppe angehören und nicht nur aus Deutschland kommen: „Bangladesch, Sri Lanka, Serbien, Syrien, Afghanistan, Guinea“, zählt der 62-Jährige unter anderem auf. Unterhalten können sich die Frauen und Männer in englischer Sprache. „Aber auch das klappt nicht immer,“ erzählt Erwin Günther im Gespräch mit unserer Zeitung.

Doch die Verständigung klappt – zumindest bei den Teamspielen in der Köstersberghalle – auch ohne Worte ganz hervorragend. „Das ist erfolgreiche Integrationsarbeit“, stellt der 62-Jährige lächelnd fest. Der Mitarbeiter der Stadt Werdohl ist überzeugt: „Nur wer Spaß an seiner Arbeit hat, der macht sie auch gewissenhaft und ist wirklich bei der Sache. Ein gutes Arbeitsklima ist deshalb enorm wichtig.“ Auch dazu trage der monatliche Sporttag maßgeblich bei. Ganz nebenbei werden bei den sportlichen Aktionen auch die sozialen Kontakte gepflegt. „Und das tut jedem gut“, weiß Erwin Günther auch aus seiner eigenen Erfahrung. - Von Carla Witt

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