Erwin Grosche: Jongleur der Worte

Ein Meister der Worte: Nivea ist nicht gleich Nivea – viele Sätze können aus den Buchstaben des Produktnamens abgeleitet werden. -  Fotos: Riedl

WERDOHL - Der „Kulturverein Werdohl heute“ präsentierte am Sonntagabend im Kleinen Kulturforum einen Wortakrobaten der besonderen Klasse. Der Paderborner Erwin Grosche gastierte auf Einladung zum zweiten Mal in Werdohl.

Wer den mehrfach ausgezeichneten Künstler bereits vor vier Jahren schon einmal auf der Bühne erlebt hat, weiß um dessen herausragende Kleinkunst-Qualitäten – wer den Kabarettisten am Sonntag zum ersten Mal live erlebte, konnte sich dieser Meinung nur anschließen.

Mit seinem neuen Programm „Der Eisgenussverstärker“ eröffnete Erwin Grosche das neue Veranstaltungsjahr des „Kulturvereins Werdohl heute“ vor ausverkauftem Haus. Der „Meister der Kleinkunst“ beherrscht die Kunst, von Alltäglichem auf liebenswerte Art und Weise zu erzählen, etwas Skurrilität beizufügen und mit einem Hauch feiner Ironie zu würzen. Hin und wieder darf es auch etwas poetisch zugehen.

Der Mann mit dem blauen Anzug und den roten Streifen gibt gerne den Clown – und brachte auch das Werdohler Publikum reihenweise zum Lachen. Sein Programm „Der Eisgenussverstärker“ war gespickt mit Trostbildern und Glücksmomenten. Dabei riet der Kabarettist zur Entschleunigung. „Ich habe langsam getankt. Das ist ein irres Gefühl, gerade, wenn man es eilig hat“, empfahl er. Und auch das Älterwerden schreckt ihn nicht ab. „Da will ich dabei sein.“ Doch noch sei es nicht so weit, wie ein Hörtest von WDR 4 erwiesen habe, stellte Grosche klar. „Noch finde ich die Musik Scheiße.“ Und auch der vollbesetzte Schülerbus untermauerte seine Jugendlichkeit: „Keiner stand auf, um mir einen Platz anzubieten.“ Und dennoch regt ihn der Jugendwahnsinn auf – die Frischhaltebox für Knäckebrot „ist einfach zu viel“.

Und Grosche sparte keineswegs mit gut gemeinten Ratschlägen. Wer sich unbeachtet fühlt, könne doch mal den Kinderspruch „Noch so’n Spruch, Nasenbruch“ einmal anbringen. „Sagen Sie das bei einer Polizeikontrolle. Sie werden ganz anders wahrgenommen“, lautete einer seiner Vorschläge.

Von Susanne Riedl

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