Erwartungen übertroffen

+
Vorstandsrepräsentant der Volksbank im Märkischen Kreis, Josef-Werner Schulte. ▪

WERDOHL ▪ Mehr als 300 Mitglieder begrüßte der Vorstandsrepräsentant der Volksbank im Märkischen Kreis, Josef-Werner Schulte, am Donnerstagabend im Festsaal Riesei. Seit den beiden Fusionen im vergangenen Jahr arbeite er nicht mehr in der Lennestadt sondern in Lüdenscheid. Deshalb, so Schulte zu Beginn seiner mehr als anderthalbstündigen Rede, freue er sich, wieder im schönen Werdohl zu sein.

Nach der Präsentation eines Werbe-Videoclips sprach der Bänker zunächst über den Lehman-Kollaps und das Chaos in Griechenland. Schulte verurteilte den Staat, der in beiden Fällen Finanzmittel undifferenziert ausgegeben habe. So habe ein Mitbewerber der Volksbank aus Berlin 15,4 Milliarden Euro erhalten, obwohl dieser das „unseriöse Angebot“ offeriere, dass die Kunden keinerlei Kontoführungsgebühren zu zahlen haben. „Das zahlen wir alle – der Steuerzahler“, echauffierte sich der Vorstandssprecher. Zudem führe so etwas zu enormen Wettbewerbsverzerrungen. „Damit lösen wir nicht die Probleme Europas“, kritisierte Schulte die Politiker weiter. Er geißelte, dass Deutschland „Blumen aus Afrika und fangfrischen Fisch aus Kanada“ importiere.

Durch die eingangs bereits erwähnten Fusionen sei die Volksbank im Märkischen Kreis nun die größte Bank Südwestfalens. Sie habe 36 000 Mitglieder und 90 000 Kunden. Die Bilanzsumme habe 2009 rund 1,5 Milliarden Euro betragen. Das entspreche einer Steigerung um sieben Prozent und hätte zu einem Jahresüberschuss von 2,534 Millionen Euro geführt. Die geplante Dividende für die Mitglieder bezifferte Schulte mit fünf Prozent. Die Ergebnisse nach den Zusammenschlüssen hätten damit die Erwartungen deutlich überstiegen. Das Kreditinstitut sei aber „eine Bank vor Ort zum Anfassen“ geblieben.

In der Aussprache zu Schultes Bericht bekam ein Mitglied regen Applaus, als der Genossenschafter forderte, die Volksbank möge für Mitglieder die Kontoführungsgebühren ebenfalls abschaffen und ihnen so zu den Kunden, die nicht Mitglied seien, einen Vorteil einräumen. Dem erteilte das Vorstandsmitglied jedoch eine deutliche Absage.

Schließlich wurde es mit dem Rahmenprogramm unterhaltsam: Der Münsterländer Comedian Stephan Rodefeld kam als Bauer mit (Über-)Biss auf die Bühne. Mit seinen Zähnen, so die Kunstfigur, „war ich jetzt bei Obi im Holzschnitt tätig. Da brauchte ich gar keine Werkzeuge.“ Die anwesenden Mitglieder der Bank amüsierten sich sicht- und hörbar. ▪ kol

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare