Erst ab zwei Zentimetern Schnee wird geschoben

Roger Schriever (links) und Dominic Winter vom Baubetriebshof inspizieren hier gerade einen Streuer. Am Sonntag fuhren die Männer den ersten Winterdiensteinsatz des Jahres, viel zu tun gab es aber noch nicht.

WERDOHL ▪ Sonntag war der erste Winterdiensteinsatz der Saison nötig. In den Hochlagen von Pungelscheid und am Bausenberg wurde gestreut und ein bisschen gepflügt. Für Straßenmeister Uwe Bettelhäuser kein Anlass, in besondere Aufregung zu geraten.

Von Volker Heyn

Nach dem ganz verrückten Winter vor zwei Jahren mit der bundesweiten Salzknappheit braucht es schon erheblich mehr, um Bettelhäuser und seine Vorgesetzte, Bauhofleiterin Ingeborg Kurlandt, zu schocken. Aus den Erfahrungen des vorvergangenen Winters haben die beiden gelernt. Es gibt jetzt insgesamt drei Salzlager, und die sind natürlich schon seit einiger Zeit voll. Am Bauhof an der Plettenberger Straße sind 120 Tonnen gelagert, in zwei Außensilos am Riesei und in der Solmbecke nochmals 60 Tonnen. Die Außenlager sind dafür gedacht, die Kleinfahrzeuge nachzufüllen, damit sie nicht immer den weiten Weg zum Bauhof fahren müssen. Das spart Zeit und Geld, damit wurden im vergangenen Winter schon gute Erfahrungen gemacht.

Der Winter 2011/2012 sei eigentlich keiner gewesen, so Bettelhäuser. Das sah davor das Jahr ganz anders aus. Die Besonderheit war, dass damals der Winter flächendeckend in ganz Deutschland und die Nachbarländer hereinbrach und die Hersteller mit der Salzlieferung nicht mehr nachkamen. Salz musste sehr teuer bezahlt werden, wenn es überhaupt zu bekommen war. Nur noch ganz bestimmte Straßen wurden in Werdohl gestreut, an manchen Stellen kam noch Granulat zum Einsatz.

Die Salzbestellung lief bereits über StraßenNRW, der nach einer Ausschreibung den Anbieter gewechselt hatten. Werdohl hat 600 Tonnen Salz geordert, das kommt jetzt von der Firma FMP aus Mönchengladbach. Wegen der Erfahrungen mit der Salzknappheit gibt es noch ein Reservelager mit weiteren 100 Tonnen für Werdohl.

Geschoben wird ab zwei Zentimetern Schneehöhe auf den Straßen, das spart den Einsatz von Salz. Früher wurde der Winterdienst von den Mitarbeitern mit Überstunden geleistet, heute wird das über Arbeitszeitverschiebung realisiert. Die zwei Lkw, der Unimog, ein Kleinfahrzeug und drei Traktoren stehen bereit. Neu angeschafft ist eine Anbaufräse, die Schnee von Straßenrändern in die Böschung blasen kann.

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