Start mit 76 Auszubildenden

Erster Schultag der neuen Pflegeschule im MK

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Die Pflegeschule Liebeskind auf dem Riesei startete gestern mit 76 Schülerinnen und Schülern in drei Kursen. Die Ausbildung zur Pflegefachperson dauert drei Jahre. Ein vierter Kurs beginnt im Dezember, er ist fast ausgebucht.

Für 76 Frauen und Männer aus dem ganzen Märkischen Kreis war gestern der erste Schultag: Sie begannen eine dreijährige theoretische und praktische Ausbildung zur Pflegefachperson in der Werdohler Liebeskind Care Academy.

Werdohl – Pflegeschulleiter Sylvio Wienbeck begrüßte die Schülerinnen und Schüler auf besondere Weise. 

Bekanntlich hat die Plettenberger Pflegeexpertin Kerstin Liebeskind die ehemalige Erich-Kästner-Hauptschule von der Stadt Werdohl gemietet und betreibt dort als Gesellschafterin die Liebeskind Care Academy. Wienbeck hatte zuvor die Pflegeschule der Märkischen Seniorenzentren geleitet. 

An verschiedenen Stellen im Kreis nach Immobilien geschaut

Er hatte im Oktober 2019 Kerstin Liebeskind angesprochen und mit ihr überlegt, eine neue Pflegeschule nach anderen pädagogischen Ansatzpunkten zu gründen. An verschiedenen Stellen im Kreis schauten die beiden nach einer Immobilie, unter anderem auch im ehemaligen St.-Vinzenz-Krankenhaus in Altena, fündig wurde man auf dem Werdohler Riesei. 

Pflegeschulleiter Sylvio Wienbeck stellte sein Team vor: (von links) Die Kursleitungen Stefanie Batz, Anna Lindenschmidt und Thorsten Daub sowie die Mitarbeiterinnen Beate Rüberg und Lisa Appel.

Wienbeck dankte Liebeskind für ihren Mut, für sie sei es anfangs ein großes Risiko gewesen. Angesichts von 76 Schülerinnen und Schülern in drei ausgebuchten Kursen braucht man sich wohl keine Gedanken über mangelnde Akzeptanz machen. Ein vierter Kurs beginnt im Dezember und ist schon fast ausgebucht. 

Pädagogen kommen von den Seniorenzentren MK

Wienbeck hat gleich drei Pflegepädagogen von den Seniorenzentren MK mit nach Werdohl gebracht: Stefanie Batz, Anna Lindenschmidt und Thorsten Daub leiten die drei Ausbildungskurse. Das Team komplettieren Beate Rüberg in der Verwaltung und die Studentin Lisa Appel. Der etwas charismatisch wirkende Wienbeck fand bedeutungsvolle Worte für die beginnende Ausbildung: „Wir bieten gehirngerechtes Lernen.“ Das sei ein neuer Weg in der pädagogischen Ausbildung und ein anderes Lernen als an anderen Schulen. 2200 Stunden theoretischen Unterricht bekommen die drei Kurse, hinzu kommen mindestens 3000 Stunden an praktischer Ausbildung bei 25 Partnern im Kreis. Die vormals getrennten Ausbildungen in der Altenpflege und der Akutpflege werden in dem neuen generalistischen Beruf Pflegefachmann/Pflegefachfrau zusammengeführt. 

Die Unterrichtsräume in der ehemaligen Hauptschule sind mit digitalen und vernetzten Boards anstelle von Tafeln ausgerüstet.

In Zeiten des Pflegenotstands seien die zukünftigen Pflegefachpersonen begehrt. Während der Ausbildung bekommen sie eine Vergütung zwischen 1100 und 1300 Euro brutto, Einstiegsgehälter nach der Ausbildung liegen bei 2900 Euro. Wienbeck: „In diesen drei Jahren werden Sie sich in Ihrer Persönlichkeit verändern.“ Der Ausbildung liege ein humanistisches Weltbild zugrunde: „Hier geht es um fundamentale Haltungsaspekte.“ Bei der Pflege von Menschen gehe es um „richtig schwere Themen“ wie Sterben, Demenz, Ekel und Gerüche. „Wir werden gemeinsam an Ihren Menschenbildern arbeiten und Ihr persönliches Pflegeverständnis entwickeln“, versprach er. 

Nächstenliebe als Credo

Wienbeck zitierte einen Pflegewissenschaftler mit dessen Worten „Wer pflegt, muss sich pflegen.“ Übersetzt bedeute dies das biblische Wort: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.“

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