Der Erste Weltkrieg im Stadtmuseum

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Heiner Burkhardt (links) und Heinz Rohe stellen einige Exponate vor.

Werdohl - Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg. Aus diesem Anlass wird das Werdohler Stadtmuseum seine Ausstellung um einige Exponate erweitern.

Eines davon ist ein sogenanntes Nagelbrett. Wer zu Kriegszeiten Geld spendete, durfte einen Nagel in eine verzierte Tafel schlagen und bekam eine Bescheinigung über die „patriotische Spende“. „Dieses Ausstellungsstück hatten wir im Archiv des Stadtmuseums“, sagte Heiner Burkhardt, der Vorsitzende des Heimatvereins. Auch ein elektrischer Heizofen aus dem Rüstungsmaterial des Ersten Weltkrieges wird ab dem 30. März im Stadtmuseum zu sehen sein.

Heinz Rohe, ehemaliger Leiter der Gesamtschule und Mitglied des Heimatvereins, hat sich ebenfalls intensiv mit dem Ersten Weltkrieg beschäftigt. „Ich habe in Ausgaben des Süderländer Volksfreunds und im Stadtarchiv recherchiert“, sagte Rohe. „Da findet man schon Erstaunliches, das ich vorher nicht wusste.“ Die Ergebnisse seiner Recherchen wird er zu einem Vortrag bündeln und im Rahmen der Mitgliederversammlung des Heimatvereins am 25. März vorstellen.

So hat der Historiker nicht nur Informationen zu Spenden der Bürger zusammengetragen. Auch die Schulen seien „richtig integriert“ gewesen, um die Versorgungslage zu verbessern. Denn durch die englische Blockade des Deutschen Reiches habe es an Nahrung und Kleidung gefehlt. „Die Schüler haben Laub gesammelt“, nennt Heinz Rohe ein Beispiel. „Daraus wurden Kissen für die Soldaten im Feld hergestellt.“

Aus den Zeiten des Krieges stamme auch der Begriff „Nesselzeug“, erklärte Rohe weiter: „Die Schüler haben auch Brennnesseln gesammelt – als Ersatz für Baumwolle. Aus den Fasern der Stängel wurde Kleidung hergestellt.“

Außerdem hat Heinz Rohe ein wichtiges schriftliches Zeugnis aus der Zeit des Ersten Weltkriegs aufgetan: Die „Werdohler Kriegszeitung“ aus dem Jahr 1916. Vereine und Kirchengemeinden seien in so einer Zeitung zu Wort gekommen, sagte der Historiker. In der Ausgabe vom Weihnachtsfest 1916 seien auch die Kriegstoten aus Werdohl aufgelistet: 240 seien es seit Kriegsbeginn bis zum Druck der Zeitung gewesen.

Obwohl damit schon einige interessante Exponate zusammengekommen seien, würde sich der Heimatverein noch über weitere Ausstellungsstücke freuen, sagte Rohe. „Wer noch etwas auf dem Dachboden hat, soll sich bei uns melden.“  - Von Constanze Raidt

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