Bahn geht Sanierung des Ütterlingser Viaduktes an

+
Aus den Mauerfugen sprießt das Grün: Die Deutsche Bahn hat der Stadt jetzt zugesichert, bis Juni am Ütterlingser Viadukt zumindest die augenfälligsten Schäden zu beseitigen.

Werdohl -  Gute Nachrichten für alle, die sich um den Erhalt des Viaduktes sorgen: Die Deutsche Bahn will in Kürze mit der Sanierung des denkmalgeschützten Bauwerks beginnen. Allerdings sollen zunächst nur kleinere Arbeiten durchgeführt werden.

Bei einem Gespräch im Werdohler Rathaus haben Bürgermeisterin Silvia Voßloh, und Reinhild Wüllner-Leisen von der Stadtverwaltung mit Vertretern der DB Netz AG, Claudia Reck vom Westfälischen Amt für Denkmalpflege und mit Ortsheimatpfleger Heiner Burkhardt den Fahrplan für die Sanierung des ramponierten Viaduktes abgesteckt.

Die Sanierung des seit 30 Jahren unter Denkmalschutz stehenden Bauwerks hatte die Bahn zunächst für 2019 angekündigt, dann aber auf das Jahr 2021 verschoben. Daran wurde auch jetzt nicht gerüttelt.

Denkmalbehörde drängt die Bahn

Allerdings gibt es an der Natursteinbrücke offenbar Schäden, deren Behebung nicht weitere drei Jahre warten kann. Die Denkmalbehörden hätten die kurzfristige Behebung dieser Schäden eingefordert, teilte die Stadt Werdohl mit. Die Zusage, die für den Erhalt des Bauwerks erforderlichen Instandhaltungsarbeiten auszuführen und regelmäßig die Vegetation zurückzuschneiden, hatte ein Bahn-Sprecher aber auch schon im August 2016 dem damaligen Landtagsabgeordneten Michael Scheffler und im April 2017 gegenüber der Bundestagsabgeordneten Dagmar Freitag gemacht. Passiert ist danach aber nichts.

Weitere Inspektion in Kürze

Im November habe nun seitens der Bahn eine erneute Inspektion des Bauwerks stattgefunden, berichtete die Stadt weiter. Eine weitere Inspektion, die Begutachtung der Gewölbe, sei ist für die nächsten Wochen geplant, wenn voraussichtlich der Flusspegel der Lenne abgesunken sein werde.

Bis Juni will die Bahn nach Darstellung der Stadt die Sanierungsmaßnahmen durchführen, die keinen Aufschub dulden. Dabei sollen beispielsweise die Abdeckplatten in ihre ursprüngliche Position zurückgeschoben und fixiert werden. Das Geländer auf dem Viadukt soll an den schadhaften Stellen instandgesetzt werden. Die verschobenen Steine beim Überbau sowie an den Stirnmauern rechts und links sollen in ihre ursprüngliche Position zurückgeschoben und fixiert werden. Bei einem Pfeiler und einer Stirnseite soll das Mauerwerk instandgesetzt werden. Und nicht zuletzt soll auch die Vegetation zurückgeschnitten werden.

Neuer Optimismus in Werdohl

Die Sanierung der Pfeiler, insbesondere in Wassernähe, könne eventuell länger als bis Juni dauern, was von Seiten der Bahn aber nicht für sehr wahrscheinlich gehalten werde, teilte die Stadt abschließend mit.

Bei der Stadt ist man ebenso wie Ortsheimatpfleger Heiner Burkhardt zuversichtlich, dass nun endlich Bewegung in die Sache kommt, zumal sich mit dem Amt für Denkmalpflege nun auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe in die Bemühungen um den Erhalt des Viaduktes eingeschaltet hat.

Stadtbildprägendes Bauwerk

Vor knapp vier Jahren hatte die Bahn noch angekündigt, das Viadukt im Laufe der nächsten zehn bis 15 Jahre abreißen zu wollen. Dagegen hatten zunächst die Werdohler Ortsheimatpfleger protestiert, weil sie das Bauwerk für stadtbildprägend hielten. Der Bahn warfen sie vor, Pflege und Wartung des Bauwerks vernachlässigt zu haben, um einem Abriss mit nachfolgendem Neubau als kostengünstigste Variante darstellen zu können. Nur rund sechs Wochen nach Verkündung der Abrisspläne ruderte die Bahn zurück und stellte die Sanierung in Aussicht: zunächst für das Jahr 2019, später dann für 2021.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.