1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Werdohl

Erste Kritik an Behelfsbrücke ‒ Straßen.NRW kontert

Erstellt:

Von: Volker Griese

Kommentare

Beweisfoto: Auf der Behelfsbrücke wird es für zwei Lastwagen zwar eng, sie können aber aneinander vorbeifahren. Eine breitete Ersatzbrücke hätte auch gar nicht zur Verfügung gestanden.
Beweisfoto: Auf der Behelfsbrücke wird es für zwei Lastwagen zwar eng, sie können aber aneinander vorbeifahren. Eine breitere Ersatzbrücke hätte auch gar nicht zur Verfügung gestanden. © Volker Griese

Seit Montagnachmittag fließt der Verkehr über die zweispurige Notbrücke, die die Lenne zwischen Stadtmitte und Ütterlingsen überspannt. In der Politik genau wie im öffentlichen Raum gibt es aber bereits Kritik an dem Bauwerk, das den Verkehr im Lennetal beschleunigen soll, bis irgendwann in etwa drei Jahren die neue Lennebrücke fertig gestellt ist.

Werdohl ‒ In der Sitzung des Ausschusses für Feuerwehrangelegenheiten und Öffentliche Sicherheit und Ordnung (Föso) am Montagabend, nur wenige Stunden nach Freigabe der Behelfsbrücke, fragte beispielsweise CDU-Ratsherr Dirk Middendorf, warum an den beiden Brückenenden Fußgängerampeln aufgestellt worden seien. „Am Kettling und in Eveking hat uns Straßen.NRW Fußgängerampeln auf Bundesstraßen abgelehnt, jetzt gibt es an dieser Brücke sogar zwei im Abstand von nur 50 Metern“, wunderte er sich und kritisierte, dass dadurch Steuergelder verschwendet würden.

Julia Ollertz, Sprecherin des Landesbetriebs Straßen.NRW lieferte am Dienstag auf Nachfrage die Begründung für die Maßnahme. Aufgrund der örtlichen Rahmenbedingungen und der „zu erwartenden hohen Frequenz an Fußgängern“ sei dort eine gesicherte Querungsmöglichkeit erforderlich. Tatsächlich müssen Fußgänger im Bereich der Notbrücke gegebenenfalls zwei Mal die Fahrbahn überqueren, weil es nur auf einer Brückenseite einen Gehweg gibt. Der kann übrigens erst fertig gestellt werden, wenn die noch fehlenden Geländer an den Zugängen geliefert worden sind. Aktuell gebe es dafür keinen Liefertermin, sagte Ollertz am Dienstag.

„Die beiden Fußgängerampeln dienen außerdem der Verkehrsregelung während der Prüfung der Behelfsbrücke, die mindestens alle sechs Monate durchgeführt werden muss. Dafür muss jeweils eine halbseitige Verkehrsführung mithilfe der Ampeln eingerichtet werden“, ergänzte Ollertz.

Öffentliche Kritik gab es an der geringen Breite der Ersatzbrücke, auf der ein Begegnungsverkehr zwischen Lastwagen oder Bussen und anderen großen Fahrzeugen folglich schwierig sei. Tatsächlich sieht der Regelquerschnitt für Bundesstraßen eine Fahrspurbreite von 3,50 Meter und eine befestigte Fläche von insgesamt 7,50 Meter Breite vor. Die Behelfsbrücke ist dagegen insgesamt nur sechs Meter breit – drei Meter je Fahrspur. Ollertz verwies darauf, dass die verwendete Brücke des Typs SS80 aber die größte freispannende Behelfsbrücke sei, die der Bund habe zur Verfügung stellen können. „Die Brücke wurde gewählt, weil sie die Lenne frei überspannt und somit keine hydraulischen Einschränkungen zum Beispiel durch Brückenpfeiler hervorruft. So kann auch Hochwasser ungehindert unter der Brücke abfließen“, erklärte die Sprecherin des Landesbetriebs. Bisher ist nicht bekannt, dass es zu Problemen im Begegnungsverkehr gekommen ist. Auch zwei Lastwagen passen – wenn auch knapp und in langsamer Fahrt – aneinander vorbei.

Die Ausschreibung des Ersatzneubaus der Lennebrücke erfolge, „abhängig von der finalen Entwurfsgenehmigung und der haushaltrechtlichen Voraussetzungen“, Anfang 2023, erklärte Ollertz am Dienstag. „Bei den Fristen des EU-weiten Vergabeverfahrens ist eine Vergabe somit Mitte 2023 zu erwarten“, skizzierte sie den Zeitplan für die nächsten Monate. Schon früher war Straßen.NRW von einer reinen Bauzeit von etwa zwei Jahren ausgegangen, allerdings auch von einem Baubeginn im Frühjahr 2023.

Auch interessant

Kommentare