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Erste Bilder: So könnte das neue Feuerwehrhaus aussehen

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Von: Volker Griese

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Wie in diesem Vorentwurf könnte das neue Feuerwehrhaus für den Löschzug Stadtmitte aussehen, das auf dem städtischen Grundstück am Grasacker gebaut werden soll.
Wie in diesem Vorentwurf könnte das neue Feuerwehrhaus für den Löschzug Stadtmitte aussehen, das auf dem städtischen Grundstück am Grasacker gebaut werden soll. © Architekten Prof. Klaus Sill und Assoziierte

Das Hamburger Architekturbüro, das von der Stadt Werdohl mit der Planung des neuen Feuerwehrhauses für den Löschzug Stadtmitte beauftragt worden ist, hat erste Pläne vorgelegt. Dadurch wird erstmals erkennbar, wie der Neubau, der am Grasacker entstehen soll, aussehen könnte. Bürgermeister Späinghaus ist zufrieden, Anwohner äußern Bedenken.

Werdohl ‒ Er sei „froh und auch ein bisschen stolz, dass wir jetzt so weit sind“, wollte Bürgermeister Andreas Späinghaus seine Gefühle überhaupt nicht verbergen. Die mit der Planung des neuen Feuerwehrhauses am Grasacker beauftragten Architekten hatten gerade vorgestellt, was sie bis jetzt entwickelt hatten: Erstmals wurde erkennbar, wie das neue Domizil für den Löschzug Stadtmitte einmal aussehen könnte.

Die Beteiligung an der Bürgerinformation, die der Ratssitzung am Montagabend vorgeschaltet war, bot dem Bürgermeister dagegen wenig Anlass zur Freude. Gerade einmal vier Interessierte verloren sich im Festsaal Riesei. Das hatte sich der Rat, der diese Form der Bürgerbeteiligung eingefordert hatte, sicherlich auch anders vorgestellt. Zur Sprache kamen in diesem Rahmen typische Anwohnersorgen: Die ausrückenden Einsatzfahrzeuge könnten den Schlaf stören, Parkplätze könnten wegfallen.

Sowohl die städtische Architektin Caroline Ossenberg-Engels als auch Bürgermeister Späinghaus bemühten sich, die Bedenken zu zerstreuen, ganz ausräumen konnten sie diese indes nicht. Natürlich werde versucht, den Lärmpegel so gering wie möglich zu halten, eine gewisse Lärmbelästigung werde sich aber nicht vermeiden lassen. Und auf einige Parkplätze würden die Anwohner wohl verzichten müssen, um den Feuerwehrfahrzeugen ein reibungsloses Ausrücken zu ermöglichen. Es solle dafür aber ein Ausgleich geschaffen werden, was übrigens auch für den Platz gelte, der jetzt noch von VDM-Mitarbeitern genutzt, demnächst aber mit dem Feuerwehrhaus bebaut werde. „Als Ersatz bietet sich da vielleicht die geschotterte Fläche neben dem Rathaus-Parkplatz an“, dachte der Bürgermeister laut über eine Alternative nach.

Späinghaus betonte, dass es für das Baugrundstück am Grasacker dagegen keine Alternative gebe: „Es ist das einzige städtische Grundstück, bei dem alles passt.“ Das habe auch die Kommunalagentur bei ihren Untersuchungen auf die Eignung als Feuerwehr-Standort festgestellt.

Die Pläne für das neue Feuerwehrgerätehaus selbst stellten der Hamburger Architekt Professor Klaus Sill und seine Mitarbeiterin Birgit Buchner-Wienke den Bürgern kurz und dem Rat anschließend in allen Einzelheiten vor. Geplant ist demnach ein funktionales, grundsätzlich zweigeschossiges L-förmiges Gebäude mit Flachdächern, die begrünt oder mit Photovoltaikanlagen belegt werden könnten. Den größten Platz wird wenig überraschend die 585 Quadratmeter große und etwa acht Meter hohe Halle mit Stellplätzen für zehn Fahrzeuge einnehmen. Dahinter wird in einem eingeschossigen Modul der Bereich mit den Umkleide- und Duschräumen untergebracht. An der nordöstlichen, in Richtung Innenstadt liegenden Stirnseite soll ein dreigeschossiges Modul angebaut werden, in dessen Obergeschoss ein Schulungsraum mit großzügiger Verglasung geplant ist. „Wir lassen dieses oberste Geschoss etwas auskragen, dadurch erscheint es dann als eine Art Landmarke“, erklärte Architektin Buchner-Wienke.

Maßnahmen gegen Hochwasser nötig

Im ersten Obergeschoss sollen Büros, Funkzentrale und Technikzentrale ihren Platz finden. Damit wollen die Planer der Hochwassergefahr begegnen, die am Grasacker besteht. Aus diesem Grund sollen vor den Toren auch Wassersperren installiert werden, die verhindern, dass die Fahrzeughalle geflutet wird. Ebenfalls wegen möglicher Hochwasser werde beim Bau im Untergeschoss vor allem Beton zum Einsatz kommen, während weiter oben viel mit Holz gebaut werden solle, erläuterte Klaus Sill. „Es soll ein hochgradig umweltverträgliches Gebäude werden“, fasste der Chef-Architekt am Ende zusammen.

Über die Kosten des Neubaus – bisher war von 3,6 Millionen Euro die Rede – wurde am Montag kaum gesprochen, wohl auch, weil die derzeit nur schwer zu kalkulieren sind. Etwas konkreter wurden die Planer, als es um den Zeitplan ging: Im ersten Quartal 2023 solle mit der Bauausführung begonnen werden, die Fertigstellung sei für das dritte Quartal 2025 geplant. „Es geht voran. Es ist das erste Mal, dass man etwas mehr erkennen kann“, kommentierte Bürgermeister Späinghaus die Entwicklung.

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