Erstaunlich variantenreich

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Eine detaillverliebte Version einer Krippenlandschaft. Allein die Darstellung der Heiligen Drei Könige beinhaltet faszinierende Aspekte.

WERDOHL -  Das verwendete Material ist vielfältig. Holz ist klassisch, favorisiert wird die geschnitzte Variante. Es kommt aber auch Stein, Filz, Ton oder Kunststoff zum Einsatz. Auch wenn die verwendeten Werkstoffe die ganze Palette handwerklicher Verarbeitungsmöglichkeiten bedienen, die Szenen und Figuren, mit der die Weihnachtskrippen bestückt werden, sind mehr oder weniger identisch.

Im Rahmen der Werdohler Krippentage konnten sich die Interessierten von der Vielfältigkeit überzeugen. Aus mehr als 20 Stationen setzte sich der Krippenweg zusammen. Ein Spaziergang entlang der Krippenstandorte war definitiv die Mühe wert.

Exponate aus der Mongolei, Israel und Peru bereicherten die Ausstellung, eine soll sogar aus in Bethlehem gewachsenem Olivenholz hergestellt worden sein. Europäische Krippen, manche mit nordischem Touch, bildeten das Gerüst der Krippentage, manche der Ausstellungsstücke werden von Generation zu Generation vererbt, viele sind in Eigenregie entstanden. Die 30 Jahre alte Krippe mit so genannten Rupfenfiguren, die das Schaufenster des Reisebüros Christ zierte, zeichnete sich ebenso durch ihre Einzigartigkeit aus wie das auf das Wesentliche reduzierte Exemplar in der Auslage des WK. Drei hölzerne Kuben symbolisierten den Stall, Maria, Josef und das Christkind sind nur schemenhaft aus dem Material herausgearbeitet. Zwei Beispiele, die die ganze Bandbreite von traditionell bis modern, von detailliert bis stilisiert wiederspiegeln.

Pfarrer i. R. Rüdiger Schmale konnte seine Begeisterung nicht verbergen. Er schien von der Resonanz aus der Bevölkerung überwältigt. Die Werdohler Krippentage waren definitiv ein Erfolg und waren selbst für Nicht-Kirchgänger einen Abstecher durch die Innenstadt wert.

Seit vielen Jahrhunderten wird die Geburt Christi in Form von Weihnachtskrippen dargestellt. Historiker haben die Entwicklung der Krippen bis ins Frühchristentum zurückverfolgen können. Der heilige Franz von Assisi hatte im 13. Jahrhundert die Weihnachtsgeschichte im Rahmen einer Predigt nicht vorgelesen oder darüber berichtet, sondern mit lebenden Schauspieler und Tieren umgesetzt. Er gilt deshalb als Urvater der leicht verständlichen Darstellung. Die Geschichte der Weihnachtskrippe ist spannend, ihre Evolution und der weltweite Variantenreichtum faszinierend.

Von Markus Jentzsch

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