„Erst das Kreuz – dann die Moral“

Dr. Stephan Holthaus predigte am gestrigen Abend in der Christuskirche unter dem Motto: „Woran die Deutschen wirklich glauben – die kleinen und großen Götter unserer Zeit“.

WERDOHL ▪ „Es gibt keine Werte ohne Religion“, sagte Dr. Stephan Holthaus zu Beginn seiner Gastpredigt. Anlässlich des Gottesdienstes der Evangelischen Allianz Werdohl war der Theologe in die Lennestadt gekommen. Von Michael Koll

Holthaus wirkt seit 16 Jahren in Gießen als Dozent am Institut für Ethik und Werte, dessen Leiter er auch ist. Der gebürtige Remscheider ist zudem 13-facher Buchautor.

Vor einem gut gefüllten Gotteshaus stellte er zu Beginn die These auf: „Wir kommen in eine Zeit, wo das alte Testament wichtiger wird als das neue.“ Denn: „Es gibt wieder immer mehr Götter. Den eigentlichen wahren Herrn aber haben wir vergessen.“

Eigentlich ginge es den Deutschen bestens. Doch: „Wenn alles gut ist, beginnen die inneren Krisen.“ Holthaus bedauerte: „Wir sind ein gesegnetes Volk, aber niemand schwimmt mehr gegen den Strom.“

Heute gebe es viele gefährliche Götzen. Als erstes nannte der Gastprediger in der Christuskirche Geld und Besitz. Selbstkritisch bekannte er: „Ich habe einen Gartenzwerg, obwohl ich nie bürgerlich werden wollte. So weit ist es schon gekommen.“

Ein zweiter Götze sei die Gesundheit, die viele für das Wichtigste im Leben hielten. Doch das sei immer noch die Relgion.

Andere Götzen seien Fußball („Schalke 04 ist eine Religion“), Autos und Motorräder („Harley Davidson ist eine Lebensphilosophie“) oder die Schönheit („Wir suchen ‚Germany‘s Next Topmodel‘“).

Stattdessen müsse wieder gelten: „Erst das Kreuz – dann die Moral“, zog Holthaus ein Fazit aus seinen Worten.

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