Erst halbwegs auf Kurs

Mitglieder des Integrationsausschusses. Unter anderem ging es in diesem Gremium um die erwünschten Integrationslotsen.

WERDOHL ▪ „Mit Integrationslotsen auf Kurs gehen“ – das war die Überschrift zur Berichterstattung über eine erste Planungssitzung, in der in der zweiten Septemberhälfte im Bürgerhaus-Saal die Rahmenbedingungen für ein solches Lotsensystem unter der Moderation von Bülent Arslan erörtert und festgelegt wurden. Auf Kurs ist man im Zusammenhang mit einer noch besseren und effektiveren Integrationsarbeit in Werdohl danach allerdings erst halbwegs, wie sich in der Sitzung des Integrationsausschusses am Montagabend in Ütterlingsen herausstellte.

Zwar hat Werdohls Bürgermeister Siegfried Griebsch bei seinen bisherigen Besuchen in Moscheen oder gestern im Ideal-Bildungszentrum an der Bahnhofstraße kräftig die Werbetrommel gerührt, damit sich Interessenten für den ausschließlich ehrenamtlichen Dienst als Integrationslotsen melden („ich habe den Eindruck, dass diesem Thema positiv begegnet wird“), doch bis Montagabend hatte Werdohls WIP-Manager Uwe Wiederspahn erst einen Namen auf der Liste – wie er im Rahmen der Sitzung im NHZ „Kunterbunt“ in Ütterlingsen mitteilte.

Das alles sei derzeit auch noch nicht tragisch; man werde nachhaken, die Werbung forcieren, Broschüren verteilen und hoffe bis Dezember auf einen positiven Rücklauf. Danach könne mit den Anwärtern eine Schulung durchgeführt werden. Die praktische Arbeit der Lotsen solle im Februar 2011 beginnen.

Zielgruppen der Integrationslotsen seien Senioren mit türkischen Wurzeln, Neuzuwanderer – hier speziell türkische Frauen – und Jugendliche, die zwar hier geboren wurden aber Orientierungshilfen benötigen; etwa in beruflichen Fragen. Ein Bedarf für eine solche zusätzliche Unterstützung sei vorhanden, betonte Uwe Wiederspahn auch am Montag.

Erreicht werden sollen vor allem auch jene Türken, die ihren Lebensinhalt „mehr außerhalb der Moscheen haben“, denn in den Moscheen, so berichtete Bürgermeister Griebsch, gebe es ein solches Lotsensystem bereits.

Einsatzbereiche für die zweisprachig gewandten und interkulturell feinfühligen Lotsen (so das im September erarbeitete Anforderungsprofil) seien hauptsächlich Sprachförderung, Bildung, Schule, Kindergarten und Behörden. Oder anders: Bildungslotsen und Lotsen für den Alltag werden gesucht, wobei es laut Uwe Wiederspahn nicht um Quantität geht, sondern um Qualität. Wenige gute Kräfte, so hatte er im September nach der Planungssitzung gesagt, könnten mehr bewegen, als viele, die sich bemühen aber an den Anforderungen scheitern.

Rainer Kanbach

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