Selbstversuch

Vor der Eröffnung: Freibad-Check in Ütterlingsen

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Sprung ins Becken: Heute eröffnet das Freibad in Ütterlingsen. SV-Redakteurin Carla Witt testete das Wasser schon einmal vorab.

Werdohl - Alle Vorbereitungen sind abgeschlossen: Am Samstag öffnet das Werdohler Freibad in Ütterlingsen. Wie die Bedingungen in diesem Jahr sind, hat SV-Redakteurin Carla Witt in dieser Woche in einem Selbstversuch schon einmal getestet.

Wer morgens um 7 Uhr bei Lufttemperaturen unter 20 Grad und schlimmstenfalls auch noch Regen im Werdohler Freibad seine Bahnen zieht, der muss schon hartgesotten sein; ein echter Sauerländer eben. Ich bin nur zugezogen. Nichts gegen einen Waldlauf, sobald es hell wird, aber kaltes Wasser so früh am Morgen? Muss wirklich nicht sein. 

Das geht mir durch den Kopf, als ich mich bewusst ganz langsam von der Umkleidekabine auf den Weg zum Becken mache. Vielleicht donnert es ja gleich, dann müsste das „Anschwimmen“ in Ütterlingsen ausfallen. Aber danach sieht es gerade überhaupt nicht aus. Ich werde 2019 also der erste Badegast im Freibad sein und vor der offiziellen Eröffnung sozusagen das Wasser testen. 

Blauer Himmel, Sonne, 14 Grad

Immerhin ist es längst nicht mehr 7 Uhr, sondern schon 9.30 Uhr. Und das Wetter könnte schlechter sein: Der Himmel ist blau, die Sonne scheint und es ist um 14 Grad – natürlich nicht im Schatten. Der Kollege, der den Test mit der Kamera dokumentieren soll, ist übrigens ein waschechter Sauerländer. Trotzdem möchte er nicht ins Wasser, trägt sogar eine leichte Jacke. Ich kuschele mich in einen Wärmemantel für Schwimmer. So lässt es sich auch im Badeanzug aushalten. Nur schwimmen kann man mit dem Mantel leider nicht. 

Viel zu schnell ist die Treppe erreicht, über die man ins 25-Meter-Becken steigen kann. Der berühmte Sprung ins kalte Wasser kommt überhaupt nicht in Frage, zumal ich mich beobachtet fühle: Mitarbeiter der Stadtwerke lagern gerade noch Schwimmbretter, -nudeln und Co. für die kommenden Monate ein und entfernen den Bewuchs zwischen den Pflastersteinen rund ums Becken. Übrigens umweltfreundlich, mit beinahe kochend heißem Wasser. Und gleich nebenan entsteht der Neubau des Hallenbads, auf der Baustelle herrscht reger Betrieb. 

Wasser hat 21,9 Grad

Aber es hilft nichts, ich muss ins Wasser. Schweren Herzens trenne ich mich von meinem Kuschelmantel und stecke erst einmal vorsichtig den großen Zeh ins Becken. 21,9 Grad soll das Wasser haben – hat mir Stadtwerkegeschäftsführer Frank Schlutow zumindest versprochen. Eigentlich sollten es sogar 24 Grad sein. Die restlichen 2,1 Grad sind in den Nachtstunden flöten gegangen. Nachts ist es einfach noch zu kalt, die Heizung läuft gerade noch auf Hochtouren. 

Mühsam unterdrücke ich den Impuls, den Zeh sofort zurückzuziehen. Warm ist das Wasser wirklich nicht. Aber es fühlt sich auch nicht so kalt an, wie ich befürchtet habe. Also wandert der ganze Fuß hinterher. Auch das ist noch erträglich. Tapfer steige ich erst eine, dann sogar die zweite Stufe hinunter. Das reicht, warnt mein Gehirn, während mein Kollege am Beckenrand gute Ratschläge parat hat. So in der Art: „Und jetzt Augen zu und durch.“ Dankeschön. 

Schlimme erste 15 Meter

Gefühlt dauert es eine Ewigkeit, bis mir klar wird, dass er Recht hat. Also nehme ich 30 Sekunden später meinen ganzen Mut zusammen, stürze mich ins Wasser und schwimme los. Die ersten 15 Meter sind schlimm, aber zum Glück sind Menschen bekanntlich anpassungsfähig. 

Verstärkung: Auch die Quietsche-Entchen durften mit ins Becken

Nach der ersten Bahn ist die Temperatur schon ganz in Ordnung und auf dem Rückweg macht das Anschwimmen tatsächlich beinahe Spaß. Ein paar Bahnen später lasse ich mich sogar zu einem Sprung überreden, fühle mich wider Erwarten richtig wohl. 

Zum Schluss, etwa zehn Minuten später, hole ich mir sogar noch Verstärkung ins Becken: die bunten Quietsche-Entchen meiner achtjährigen Tochter. Schließlich habe ich ihr versprochen, dass die ganze Bande mit mir in Ütterlingsen anschwimmen darf – vorausgesetzt, es ist nicht zu kalt.

Die Freibadsaison in Ütterlingsen wird am Samstag, 25. Mai, um 8 Uhr eröffnet. Das Bad ist dann montags bis freitags jeweils von 7 bis 19 Uhr geöffnet. Samstags, sonntags und an Feiertagen sind die Badegäste von 8 bis 19 Uhr willkommen. Tageskarten kosten für Erwachsene 2,40 Euro (bis zu zwei Stunden) beziehungsweise 3,40 Euro (mehr als zwei Stunden). Kinder zahlen 1,80 oder 2,80 Euro. Zehnerkarten gibt es für 30 Euro (Erwachsene) beziehungsweise 24 Euro (Kinder). Die Familienkarte für zwei Erwachsene mit ihren Kinder kostet 8 Euro. Wer sich für eine Saisonkarte entscheidet, zahlt 73 Euro (Erwachsene), 56 Euro (Kinder) oder 220 Euro (Familien).

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