Erlebnisgastronomie im Werdohler Bahnhof

So soll es in der Eingangshalle des Bahnhofes aussehen, wenn die Besucher das Café der Goldbäckerei Grote betreten. Die Treppe rechts im Bild gibt es noch nicht, sie soll zu einer noch zu errichtenden Empore über dem Eingang führen. ▪ Entwurf: Konzeptwerkstatt Merge

WERDOHL ▪ Am Mittwoch haben Bürgermeister Siegfried Griebsch und Karl-Heinz Grote als Geschäftsführer der Goldbäckerei Grote KG den Mietvertrag für die Bewirtschaftung des Bahnhofs unterzeichnet. Der Balver Geschäftsmann investiert 250 000 Euro in eine moderne Erlebnisgastronomie.

Von Volker Heyn

Vertraglich schon Ende des Jahres, realistisch aber erst Anfang 2013 werden Bahnhof und Gastronomie eröffnen.

„Charly“ Grote hatte schon vor Monaten die Ausschreibung um die Gastronomie gewonnen, der Rat hatte sich damals gegen die Bitburger Brauerei als einzigen anderen Interessenten ausgesprochen. Die Stadt richtet die Empfangshalle des Bahnhofes so her, dass Grote im letzten Quartal des Jahres mit dem Einbau seines Cafés beginnen kann. Die Stadt als Vermieter übergibt die Baustelle mit fertigen Estrich-Fußboden, Wänden und Elektroinstallation. Einrichtung und Beleuchtung kommen komplett von Grote. Der hat sich von einer Konzeptwerkstatt aus Osnabrück für rund 15 000 Euro eine Planung für den Innenausbau machen lassen und würde auch gerne gemeinsam mit diesem Büro bauen. Neben einer klassischen Bäckereifiliale mit frischen Backwaren soll die Erlebnisgastronomie mit marktähnlichem Flair Vorzeigeobjekt und Publikumsmagnet zugleich werden. Grote hat nach eigenen Worten mit „mächtig Widerstand aus meinem Umfeld“ gekämpft. Der Standort Werdohl sei für das fortschrittliche Konzept zumindest schwierig, so die Skeptiker. Grote aber geht absolut optimistisch und total überzeugt an die Sache heran: „Das geht hier ganz viel über Emotionen, und da steckt der Erfolg für den Bahnhof drin.“ Er sei erfolgreich mit Geschäften in Balve, Menden, Neuenrade, Sundern und Plettenberg, weil er immer etwas besser und einen Schritt vor der Konkurrenz sei.

Das Café wird 60 Sitzplätze haben und täglich von morgens bis abends geöffnet. Dazu kommt die bewirtschaftete Terrasse, 14 Parkplätze ermöglichen eine direkte Vorfahrt für Kunden. Eine Treppe im Café führt zur Empore, die ebenfalls genutzt werden kann. Von der Ermpore gelangt der Besucher ins erste Obergeschoss. Dort ist das Kulturforum mit rund 60 Plätzen untergebracht. Grote bietet dem Forum seine Dienste an, hat aber nichts gegen eine ehrenamtliche Bewirtschaftung: „Ich bin doch selbst ein Vereinsmensch.“

Kommendes Jahr wird die Bäckerei Grote 100 Jahre alt, auch das Bahnhofsgebäude kann denselben Geburtstag feiern. Der Mietvertrag ist auf zehn Jahre festgeschrieben.

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