Erinnern an Heinrich von Kleist

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Die Schauspieler Anke Hartwig und Pierre Siegenthaler lasen aus den Werken von Heinrich von Kleist. ▪

WERDOHL ▪ Zu seinen Lebzeiten galt er als „Gescheiterter“, war finanziell runiert, fühlte sich von der Welt unverstanden und wählte mit nur 34 Jahren den Freitod. Heute dagegen gelten seine Werke als Klassiker. Bei der nunmehr vierten Sonntags-Matinee des Kleinen Kulturforums drehte sich gestern alles um Heinrich von Kleist, dessen 200. Todestag in diesem Jahr begangen wird.

Die Veranstalter hatten zu diesem Anlass Anke Hartwig und Pierre Siegenthaler, Akteure des Düsseldorfer Schauspielhauses, gewinnen können. Die beiden lasen Auszüge aus den Werklen von Kleists, etwa aus der Novelle „Das Erdbeben von Chile“ und aus dem wohl bekanntesten Stück, dem „Zerbrochenen Krug“. Die zahlreichen Besucher zollten den Schauspielern für ihre Darbietung viel Beifall.

Dr. Hans-Joachim Hultsch, Vorsitzender des Kleinen Kulturforums, freute sich über die Gäste. „Wenn wir Düsseldorf nach Werdohl holen können – das ist doch eine tolle Sache.“ Er berichtete von bisherigen Stationen im Leben der Schauspieler und von einigen ihrer Rollen. So sei Anke Hartwig, die gestern für Karin Pfammatter einsprang, bereits in Essen, Darmstadt und Zürich aufgetreten und habe etwa die Minna von Barnhelm, die Mutter Courage und Maria Staurt verkörpert. Pierre Siegenthaler, der in der französischen Schweiz geboren wurde, habe an Theatern in Zürich, Köln und Basel gearbeitet und dabei unter anderem in der Dreigroschenoper, Käthchen von Heilbronn und in Stücken von Frisch gespielt.

Über das Leben und Wirken des Schriftstellers berichtete vor der Lesung gestern Heinz Rohe, Leiter der Gesamtschule in Werdohl. „Er war ein Schriftsller, der die Abgründe der menschlischen Seele und die Konfliket seiner Zeit beschrieben hat, doch ich denke das gilt auch noch für Abgründe und Konflikte unserer Zeit“, so Rohe. ▪ svh

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