Richtlinien schon 2018 geändert

Erfolgsmodell Tagespflege in Werdohl

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Sie wollen die Tagespflege in Werdohl weiter voranbringen: Jugendamtsleiterin Kirsten von der Crone (rechts) und Izabela Schmidt haben ein offenes Ohr für Tagespflegepersonen und die Eltern der Kinder, die betreut werden.

Werdohl – „Die Tagespflege ist wichtiger Bestandteil bei der Kinderbetreuung, insbesondere für den U3-Bereich für die Erfüllung des Rechtsanspruchs der Eltern auf einen Betreuungsplatz. Durch sie stehen uns Optionen offen, die wir sonst nicht hätten“, sagt Jugendamtsleiterin Kirsten von der Crone.

Sie stellt fest: „Deshalb sind wir sehr daran interessiert, gemeinsam mit den Tagespflegepersonen Lösungen zu finden, wenn es in diesem Bereich Probleme gibt.“ 

Die Tagesmütter in Altena hatten kürzlich für einen Tag gestreikt, weil sie längere Zeit auf ihr Geld warten mussten. Es hieß, in der Nachbarstadt hätten die Personaleinsparungen der Vergangenheit dazu geführt, dass die städtischen Mitarbeiter überlastet seien und ihre Aufgaben nicht mehr zeitnah erledigen könnten. 

Tagespflege attraktiver gestaltet

In Werdohl sind die Richtlinien bereits im Jahr 2018 geändert worden, um die Tagespflege attraktiver zu gestalten. „Davon profitieren wir jetzt“, erklärt Kirsten von der Crone. Gemeinsam mit Izabela Schmidt, Verwaltungsfachangestellte im Jugendamt, zieht sie eine positive Bilanz: In der Stadt sind mittlerweile sieben Tagesmütter aktiv, zudem wird ein Werdohler Kind von einem auswärtigen Tagesvater betreut. Insgesamt 15 Mädchen und Jungen sind momentan in Tagespflegestellen untergebracht. „Aktuell sind noch Plätze frei“, sagt Izabela Schmidt. 

Bis 2018 konnten Tagespflegepersonen auch in Werdohl nicht mit einem festen Einkommen rechnen, da von der Stadt nur die Stunden vergütet wurden, die auch tatsächlich für die Betreuung der Kinder aufgewendet wurden. War beispielsweise einer der Schützlinge krank, bedeutete das für die Tagesmutter einen Verdienstausfall. Das hat sich geändert: Tagespflegepersonen werden auch in der betreuungsfreien Zeit pauschal nach der Anzahl der gebuchten Stunden bezahlt. Die Regelung gilt für 14 Tage, wenn das Tagespflegekind beispielsweise krank wird – oder die Tagesmutter nach Absprache mit den Familien Urlaub machen möchte. 

Gemeinsame Suche nach Lösungen

Doch auch, wenn ein Kind für längere Zeit nicht betreut werden kann, suche das Jugendamt gemeinsam mit der Tagespflegeperson nach einer Lösung. „In diesem Fall haben wir vielleicht die Möglichkeit, die Betreuungsstelle mit einem anderen Kind zu belegen“, erläutert Kirsten von der Crone. 

Ihr Geld bekommen Tagesmütter und -väter jeweils rückwirkend am 1. eines Monats – von der Stadt Werdohl. „Neueinsteiger erhalten pro Betreuungsstunde und Kind vier Euro, für Tagespflegepersonen, die schon länger als drei Jahre tätig sind, erhöht sich dieser Satz auf fünf Euro“, erklärt Izabela Schmidt. Maximal fünf Kinder können von einer Person betreut werden. „Durchschnittlich sind es in einer Tagespflegestelle drei Kinder“, berichtet Kirsten von der Crone. 

Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt

Dass sich das Modell Tagespflege parallel zur Betreuung in Kindertageseinrichtungen vor Ort so gut entwickelt hat, führt die Jugendamtsleiterin noch auf einen weiteren Faktor zurück: „Wir arbeiten mit Daniela Wall von der Arbeiterwohlfahrt sehr eng zusammen und tauschen uns regelmäßig aus.“ Wall steht in engem Kontakt zu den Tagespflegepersonen. Sie ist zudem die erste Ansprechperson für alle interessierten Eltern. 

Die Awo-Mitarbeiterin stellt den Kontakt zwischen Tagesmüttern und interessierten Familien her, außerdem versorgt sie die Interessenten mit wichtigen Informationen und den notwendigen Anträgen.

Wer sein Kind von einer Tagespflegeperson betreuen lassen möchte, zahlt dafür nicht mehr als für einen entsprechenden Kita-Platz. Die Beiträge sind einkommensabhängig und von der Stadt Werdohl festgelegt worden. Die Eltern, deren Kinder in der Tagespflege betreut werden, bezahlen ihre Beiträge nicht an die Tagespflegeperson, sondern an die Stadt Werdohl.

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