Erdhaufen verärgern Vier-Jahreszeiten-Betreiber

Sascha (l.) und Tommy Lavric sind sauer über den großen Erdberg, der sich seit dem Beginn der Bauarbeiten in der Lennestraße/Dammstraße vor ihrem Restaurant auftürmt

WERDOHL – „Vor zwei Jahren habe ich einen Müllhaufen bekommen und ein Goldstück daraus gemacht. Und jetzt habe ich wieder einen Müllhaufen bekommen“, ärgert sich Sascha Lavric über den großen Berg von Bauschutt vor seinem Restaurant Vier Jahreszeiten. Seitdem die Kanalarbeiten in der Lennestraße/Dammstraße begonnen haben, nimmt dieser an Ausmaßen zu.

Dass dies unumgänglich ist, weiß Lavric, hat er doch im Vorfeld den Verantwortlichen zugesichert, den Platz für diese Zwecke zur Verfügung zu stellen. Als unerträglich empfindet er mittlerweile allerdings die Tatsache, dass sich anscheinend niemand für die Beseitigung des Bauschutts verantwortlich fühlt. „Ich will keinem die Schuld zuschieben“, sagt er, „aber es kann doch nicht sein, dass ich jetzt für die Beseitigung bezahlen muss.“

Das Problem spitzte sich zu, als die Firma KTS-Bau aus Dresel während der Baumaßnahme entlang der Lennestraße Insolvenz anmeldete und die Arbeiten stoppte. „Der Insolvenzverwalter sagte mir, dass für die Entsorgung kein Geld mehr da sei und ich selbst nichts anrühren dürfe“, berichtet Lavric von seinem Vorhaben, den Erdberg auf Eigeninitiative zu entsorgen. Auch bei der Stadt und der neuen Baufirma, die die Arbeiten seit März weiterführt, fühle sich niemand für den Müll zuständig. „Davon will keiner was wissen“, echauffiert er sich. Hinzu komme, dass auch die Asphaltdecke der Dammstraße im Zuge der Bauarbeiten abgetragen und die Bruchstücke neben dem Zuweg zum Vier Jahreszeiten abgeladen wurden. „Das ist doch keine Straße mehr. Jeder Waldweg ist besser“, stellt der Restaurant-Betreiber resignierend fest. „Wenn ich wenigstens die Aussage bekäme, dass der Berg wegkommt, wäre ich schon zufrieden. Ich fühle mich so nicht mehr wohl.“ Immer wieder würde er von seinen Kunden auf den schlechten Zuweg angesprochen. „Das geht jetzt seit vier Monaten tagtäglich so. Da hat man irgendwann keinen Bock mehr.“ Lavric stellt zudem seit Baubeginn einen Umsatzrückgang von 20 Prozent fest. „Es ist eine demotivierende Situation. Ich fühle mich nicht mehr wohl.“

Wie die Monz GmbH aus Plettenberg gestern auf Anfrage bestätigte, werde das Unternehmen nur auf Anweisung des Auftraggebers, also der Stadtwerke Werdohl, in dieser Richtung aktiv werden und den Erdberg abfahren. „Im Moment gibt es hierzu aber keine Gespräche“, erklärte Geschäftsführer Wolfgang Monz. Sollte eine entsprechende Anfrage kommen, stünde aber noch eine Einigung über die Finanzierung aus.

Stadtwerke-Geschäftsführer Joseph Beier konnte gestern nicht leider nicht erreicht werden. – sr

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