Entwicklungsmöglichkeiten in Werdohl

Höchstens noch 23 Hektar für Gewerbe und Industrie

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Die ehemalige Werkssiedlung in Elverlingsen böte nach Einschätzung von Gutachtern und Naturschutzbehörde Möglichkeiten zur Ansiedlung von Gewerbe und Industrie.

Werdohl - Der Märkische Kreis und die Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung haben mit Unterstützung der SIHK ein Konzept erarbeitet, das die Möglichkeiten zur Erweiterung oder Schaffung von Gewerbe- und Industriegebieten aufzeigen soll. Für Werdohl ergeben sich daraus zwei, höchstens drei Optionen.

Ziel des Konzeptes, mit dessen Erstellung ein Kölner Büro für Stadt- und Regionalplanung beauftragt worden ist, ist in erster Linie, den Gewerbe und Industriebetrieben aus der Region Flächen für betriebliche Ansiedlungen beziehungsweise Erweiterungen anbieten zu können. Dabei ging es weniger um die Neuansiedlung von Betrieben von außerhalb, sondern mehr darum, den bereits im Kreis vorhandenen Industriebetrieben Entwicklungsmöglichkeiten zu geben.

Das beauftragte Büro hat in den vergangenen Monaten kreisweit 50 sogenannte Suchräume untersucht, also solche Flächen, innerhalb derer eine Ansiedlung von Industrie und Gewerbe überhaupt vorstellbar sein könnte. Dabei wurden insgesamt 1010 Hektar bewertet und in die Kategorien von 1 („realistische Chancen“) bis 3 („keine Weiterentwicklung“) eingeteilt.

In Werdohl fanden die Gutachter zwei Flächen, die sie in die Kategorie 1 einstuften. In dem Gebiet östlich der B236 in Dresel, das an das bereits vorhandene Gewerbegebiet angrenzt, stehen demnach gut 10 Hektar zur Verfügung, die derzeit noch größtenteils bewaldet, aber nicht als Naturschutz- oder FFH-Gebiet ausgewiesen sind. Den Aufwand, der zu betreiben wäre, das Gebiet zu erschließen, stufen die Gutachter als mittelgroß ein.

Eine weitere Möglichkeit, neue Flächen für Gewerbe und Industrie anzubieten, haben die Gutachter in Elverlingsen östlich der B 236 entdeckt: das Gebiet mit den leerstehenden ehemaligen Werkswohnungen des Kraftwerks. In der sogenannten Geistersiedlung könnten gut 13 Hektar zur Verfügung gestellt werden. Einschränkungen durch Landschafts-, Vogel,- Wasserschutz- oder FFH-Gebiete gibt es dort nicht. Auch die Untere Naturschutzbehörde scheint eine Nutzung durch Gewerbe oder Industrie zu befürworten: „Aus landschaftlicher Sicht erscheint der Suchraum unproblematisch, da überwiegend bebaut. Die angestrebte Folgenutzung wäre im Sinne eines sparsamen Umgangs mit Grund und Boden sehr zu begrüßen“, wird die beim Märkischen Kreis angesiedelte Behörde in dem Gutachten zitiert, das dem Werdohler Rat vorliegt.

Einen dritten Bereich, der Werdohl tangiert, haben die Gutachter in die Kategorie 2 („schwieriger umzusetzen“) eingestuft: einen 30 bis 40 Hektar großen Suchraum südlich des interkommunalen Gewerbeparks Rosmart. Ein Teil davon ist Wasserschutzzone, wegen der landschaftlich reizvollen Lage hätte wohl auch die Untere Naturschutzbehörde Einwände.

Der Rat wird sich in seiner Sitzung am Montag, 18. Dezember, ab 17 Uhr im Rathaus mit der gesamten Thematik befassen. Geplant ist, dass er dem Gewerbe- und Industrieflächenkonzept – soweit es sich auf Werdohl bezieht – zustimmt. Das Konzept soll anschließend, wenn möglichst alle beteiligten Kommunen zugestimmt haben, bei der Bezirksregierung als Fachbeitrag für die Neuaufstellung des Regionalplans eingereicht werden.

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