Gesamtschule oder Realschule?

Entscheidung über Schulschließung: Fahrplan steht fest

+
Vertreter der Fraktionen, der Schulen und der Verwaltung waren Dienstagabend im Schulungsraum der Feuerwehr in Kleinhammer zusammengekommen, um den Schulentscheid vorzubereiten. Ein knappes Dutzend Gäste war erschienen.

Werdohl - Der Schulausschuss hat am Dienstagabend in einer zweieinhalbstündigen Sitzung festgelegt, dass über die Zukunft der beiden weiterführenden Werdohler Schulen bis zum 1. Juli entschieden wird.

Bei dieser Ratssitzung soll per Abstimmung definitiv festgelegt werden, ob die Gesamtschule oder die Realschule weitergeführt wird. 

Und so sieht der Fahrplan aus: Der Schulausschuss wird zu einer einzigen weiteren Sitzung Ende Mai oder Anfang Juni zusammenkommen. Dazu wird ein Vertreter der Bezirksregierung eingeladen, der noch mindestens eine fehlende Information liefern soll. Nach dem Schulausschuss und vor dem Rat kommt regulär der Hauptausschuss zusammen – ob bereits an diesem Tag erkennbar wird, welche Entscheidung der Rat treffen wird, ist nicht vorhersehbar. 

SPD lehnt rasche Entscheidung ab

Dieser Fahrplan wurde letztlich auf Antrag der CDU und mit Stimmen von WBG und FDP festgelegt. Die WBG hatte zuvor beantragt, noch früher zu entscheiden und nicht mehr zu warten, hatte das aber angesichts der CDU-Vorstellungen zurückgezogen. Die SPD hatte den CDU-Antrag auf eine rasche Entscheidung abgelehnt. 

Im Wesentlichen brachten die CDU-Sprecher Frank Jardzejewski, Christoph Plassmann und Michael Schürmann die Diskussion voran. Von den Christdemokraten kam die Frage, von deren Beantwortung die zu fällende Entscheidung abhängig sein dürfte. 

Reichen der AEG 82 Anmeldungen?

Im Kern geht es darum, ob die Weiterführung der Gesamtschule auch dann von der Bezirksregierung gebilligt wird, wenn weniger als die gesetzlich geforderten 108 Schüler in den Eingangsklassen zusammen kommen. 

Rein rechnerisch könnten auch 82 Schüler in den Eingangsklassen ausreichen, hieß es. In diesem Fall würde der Klassenrichtwert von 27 Kindern pro Klasse überschritten und die erforderliche vierte Klasse könnte gebildet werden. Die CDU will von der Bezirksregierung verlässlich erfahren, welche Mindestzahl erreicht werden muss: 82 oder 108. 

Kritische Nachfragen

Fachbereichsleiter Michael Grabs gab unmissverständlich zu verstehen, dass die Bezirksregierung im Gespräch mit der Stadt die Zahlen 83 und 84 genannt habe. Kritischen Nachfragen aus dem Ausschuss antwortete er: „Das würde geduldet.“ Eine schriftliche Bestätigung der Bezirksregierung – wie von der CDU gefordert – gebe es dafür aktuell nicht. Realschul-Leiterin Christine Langs-Blöink stellte die Zahl von knapp über 80 in Frage, worauf Grabs recht massiv wurde: „Ihre Bemerkung ist unpassend. Ich halte diese Zahl für 100 Prozent belastbar, sonst wäre sie uns nicht genannt worden.“ 

Ein Thema war auch die Anregung der SPD, Eltern mit in die Entscheidung einzubeziehen. Nadine Kuschmierz und vor allem Jens Lehmann konnten nicht deutlich begründen, warum die Pflegschaften gehört werden sollten. Konkretere Argumente lieferte die Vertreterin der Grundschul-Leitungen, Britta Schwarze. Die Eltern der Jahrgänge drei und vier zu befragen hielt sie für „nicht zielführend“. Der Elternwille verlaufe in „Wellenbewegungen“, die sich jedes Jahr aufs Neue recht unterschiedlich darstellten. 

Rat soll Entscheidung treffen

Für Sprecher von CDU, WBG und FDP war klar, dass der Rat die Entscheidung zu treffen habe, weil er über alle Fakten informiert sei, sich seit 2015 mit dem Thema beschäftigt habe und sachlich und abgewogen das Beste für alle Kinder der Stadt entscheiden werde. 

Bis auf die SPD stimmte der Ausschuss Torsten Hänel von der WBG zu: „Wir sollten als Politiker Rückgrat haben und die Entscheidung treffen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare