Experten nehmen Bodenproben

Entscheidung gefallen: Ehemaliges Kaufhaus im MK wird abgerissen

Baustoffprüfer Thorsten König von der Münsteraner Firma Soil treibt eine Sondierschiene in den Boden des ehemaligen WK-Getränkemarktes.
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Baustoffprüfer Thorsten König von der Münsteraner Firma Soil treibt eine Sondierschiene in den Boden des ehemaligen WK-Getränkemarktes.

Die neuen Besitzer des ehemaligen WK-Warenhauses verlieren keine Zeit, aus der Investition in absehbarer Zeit einen Profit zu erwirtschaften.

Anfang März begann man mit dem Vermessen des Grundstücks, jetzt wurden drei Tage lang Löcher in den Betonboden gebohrt. Die Ten-Brinke-Gruppe mit ihrer Niederlassung in Münster hat das Werdohler Projekt fest im Blick.

Eine Sanierung des alten Gebäudes war offensichtlich nie eine ernsthafte Option. In Münster ist jetzt klar, dass das ehemalige WK komplett abgerissen werden soll. Ein Abriss noch in diesem Jahr sei allerdings eher unwahrscheinlich. Das sagte Artur Rutz, Projektleiter der Ten-Brinke-Gruppe in Münster für das Werdohler Projekt. „Wir werden abbrechen“, bestätigte er auf Nachfrage.

Zeitrahmen steht noch nicht

„Wir sind noch recht früh in der Konzeption. Es wäre nicht richtig, jetzt schon einen zeitlichen Rahmen zu nennen. Wir sind einfach noch nicht so weit“, versicherte Artur Rutz. Auch ein Abriss brauche eine längere Zeit der Vorbereitung und Vorplanung. Letztlich benötige man für einen Abbruch eine Baugenehmigung. „Man kann nicht davon ausgehen, dass wir in diesem Jahr mit dem Abriss beginnen werden“, so Rutz. Im idealen Fall – wenn alles sehr gut und sehr schnell laufe – könne es in diesem Jahr noch etwas werden: „Es müsste aber viel passieren.“ Das sei allerdings unwahrscheinlich.

Thorsten König kratzt Kiesel und Schlamm aus der Sondierschiene und füllt sie in ein markiertes Behältnis.

Rutz bestätigte wie auch zuvor Ten-Brinke-Projektleiter Sven Klagge, dass am Brüninghaus-Platz eine Nahversorgung mit Lebensmitteln an erster Stelle stehe. Wie bereits berichtet, wird mit der Rewe-Gruppe verhandelt.

Boden unter der Tiefgarage wird untersucht

Unterdessen wird der Boden unter der Tiefgarage und dem ehemaligen Getränkemarkt untersucht. Mit den Sondierungsarbeiten beauftragt ist die Soil GmbH aus Münster. An drei Tagen Ende Mai und Anfang Juni war Baustoffprüfer Thorsten König mit einem Kollegen in den Katakomben des ehemaligen WK unterwegs, um insgesamt 23 Löcher in den Boden zu bohren und zwölf Rammsondierungen vorzunehmen. Für die 23 Bodenproben wurde zunächst mit einem Spiralbohrer ein Loch durch die Betonbodenplatte gebohrt. In das Loch wurde eine Sondierschiene eingetrieben, die Bohrungen sollten eine Tiefe von sechs Metern erreichen. Wenn der Schlagbohrer vorher stoppte, war ein Findling im Weg. In einem Raster von 20 mal 20 Metern wurde die Sondierung vorgenommen. In den Bodenproben finden sich Flusskiesel aus dem Lennebett und Schlamm.

Anhand der Proben können Beschaffenheit und Festigkeit des Bodens ermittelt werden. Mit den zwölf Rammsondierungen wird die Lagerungsdichte des Bodens ermittelt. Dazu wird eine Stange mit einem definierten Gewicht aus einer bestimmten Fallhöhe in den Boden getrieben. Nach jedem Schlag wird die Eindringtiefe vermerkt, so erhält man Aufschluss über die Festigkeit des Bodens unter dem Gebäude am Lennestrand.

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