Abi am AEG: Darum haben Schülerinnen die Bürgermeisterin umarmt

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Der stellvertretende Schulleiter Sven Stocks überreichte die Zeugnisse an „32 wundervolle junge Menschen“, wie Oberstufenleiter Konrad Pewny die Abiturienten dieses Jahrgangs begrüßt hatte.

Werdohl - Zum Schluss der Abi-Entlassfeier, als die Luftballons zur Decke stiegen und „Ein Hoch auf uns“ angestimmt wurde, machte sich am Freitag Erleichterung breit. Nicht nur, dass gerade 32 junge Frauen und Männer ihre Abizeugnisse in den Händen hielten, sondern auch, dass diesem 20. Abiturjahrgang noch weitere folgen werden.

Erst zwei Tage zuvor war klar geworden, dass der Rat am Montag aller Wahrscheinlichkeit nach mit Mehrheit für die Weiterführung der Albert-Einstein-Gesamtschule stimmen wird. Bürgermeisterin Silvia Voßloh hatte das in ihrer jährlichen Abi-Rede anklingen lassen: „Hier wird seit 20 Jahren das Abitur erworben und das soll auch weiter hier möglich sein.“ Sie bekam tosenden Applaus.

Diese Deutlichkeit verstanden nicht nur die beiden Abiturientinnen Tatjana Schlinkert und Carolin Rosner, die in ihrer Ansprache „einen Tag in der Oberstufe“ skizzierten. Nach ihrer Rede, die für Eingeweihte verständlicher war, gingen die beiden jungen Frauen hinunter in den Saal und umarmten die Bürgermeisterin.

Neben Anekdoten auch Ernsthaftes

Schlinkert und Rosner hatten neben Anekdoten auch Ernsthaftes zu sagen. „Diese Schule bietet so viel mehr“, postulierten die beiden in Richtung der Schul-Verantwortlichen. Auch weiterhin sollten allen Kindern beste Chancen gegeben werden. An der AEG würden die Schülerinnen und Schüler mehr schaffen, als sie sich selbst zutrauten. Sechs aus dem Abiturjahrgang hatten übrigens „nur“ eine Übergangsempfehlung für die Hauptschule gehabt und lediglich sechs eine für das Gymnasium.

„Ein liebenswerter Jahrgang“

Darauf hatte der stellvertretende Schulleiter Sven Stocks hingewiesen. „Ihr wart ein liebenswerter und ausgesprochen höflicher Jahrgang“, bedankte er sich bei den jungen Frauen und Männern. Das Motto der Abiturientia 2019 lautete „20 Jahre Abi – wir haben nur drei gebraucht“. An der AEG würden alle Jungen und Mädchen entsprechend ihrer Möglichkeiten gefördert und zum bestmöglichen Abschluss gebracht. Stocks betrieb Eigenwerbung: „Das können wir an der AEG und garantieren es auch für die Zukunft.“ 

AEG: 32 Gesamtschüler bestehen Abitur

Die berufliche Zukunft könne für die 32 Abiturienten nicht besser sein, meinte Stocks. „Ihr habt gerade den höchsten schulischen Abschluss erlangt, den es in Deutschland gibt.“ Er ermahnte diesen Jahrgang, sich für Respekt, Toleranz, Meinungsfreiheit, Nachhaltigkeit und Klimaschutz einzusetzen. Mutig und entschlossen sollten die jungen Erwachsenen denen entgegen treten, die „Minderheiten und Randgruppen“ verantwortlich machten.

„Jugend braucht Bildung und Abitur“

Neben so viel Bedeutsamkeit war es aber noch ein ganz „normaler“ Schulabschluss: Ex-Abiturient Felix Magnus Sommer interpretierte „Legends Never die“ am Flügel. Musiklehrer Daniel Krolitzek und Ex-Abiturientin Patrizia Gildekötter sorgten mit „In the Shallow“ von Lady Gaga für den Gänsehautmoment des Tages.

Die Festrede der Beratungslehrer Falk Metzler und Volker Thomas war liebevoll und von überaus großer Wertschätzung für den Abschlussjahrgang geprägt. Lehrkräfte und Schülerschaft verbindet teils eine lange gemeinsame Zeit: „Viele von Euch kennen wir seit neun Jahren.“ Die Schulgemeinde habe sie von der Kinderzeit bis zum Erwachsensein begleitet, dazu gehörten auch die Eltern und alle anderen an der Schule Tätigen. Auch die beiden Lehrer sprachen Richtung Bürgermeisterin: „Jugend braucht Bildung und auch das Abitur. Danke, Frau Voßloh.“

Ehrung der Besten

Nach der Zeugnisübergabe und den Ehrungen der Besten ließ der Abschlussjahrgang rote und weiße Luftballons mit Birnen daran zur Hallendecke schweben. In einem Überraschungsteil im Programm hatte eine Abiturientin das Gedicht „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, ein Birnbaum in seinem Garten stand“ auf die AEG umgemünzt.

Und auch der Abschluss der Veranstaltung stand im Zeichen des Ringens um den Fortbestand der Gesamtschule. „Gaudemus igitur, uns’re Stadt braucht’s Abitur, Gaudeamus igitur, dennoch stellten sie sich stur, lasst Werdohl das Abitur“, sangen alle gemeinsam auf der Bühne.

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