Go Music der Extraklasse

Klaus-Lage-Bassist Engelien begeistert in Musikkneipe Alt Werdohl

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Christian Schwarzbach und Martin Engelien (r.) wachsen in der Musikkneipe Alt Werdohl über sich hinaus.

Werdohl – Alle vier Saiten seines Basses flattern – scheinbar nervös – in unterschiedliche Richtungen durch die Luft. Klaus-Lage-Bassist Martin Engelien ist außer sich.

Sein Solo in der Musikkneipe Alt Werdohl sprengt die Grenzen alles bisher Gehörten. Im fast überfüllten Ex-Wohnzimmer des heimischen Kultwirtes Pöngse stehen etliche Fans, die erfahrene Besucher der Go-Music-Konzertreihe sind. Doch ihnen stehen die Münder offen. 

Sicher, Engelien gibt stets alles für die Musik und sein Publikum. Doch seine drei Mitstreiter auf der Bühne beflügeln auch ihn an diesem Freitagabend. Das spitzbübiche Grinsen in seinem Gesicht spricht Bände. Immer schneller spielt er auf seinen Saiten. Druckvoll, pulsierend, fulminant schießen die tiefen Klänge aus den Boxen. 

An seiner Seite steht Gitarrist Christian Schwarzbach, der laut Engelien „gar nicht so schlecht für einen Bayern“ spielt. Am Keyboard sitzt Svenja Schmidt, die ebenso wie Schwarzbach auch singt. Hinter der Schießbude hält Roman Dönicke die Fäden zusammen und sorgt für die rhythmische Basis. Letzterer brilliert später am Abend mit einem Schlagzeugsolo der Extraklasse. Das Publikum lässt den erst 30-Jährigen dafür hochleben. 

Zweieinhalb Stunden zuvor eröffnet das Quartett den Abend mit dem Instrumentalstück „One Earth“. Engelien lobt Umwelt-Aktivistin Thunberg und sagt: „Wir haben nur diesen einen Planeten.“ Er ruft die Fans vor Bühne auf, sich für den Schutz der Natur einzusetzen. Dann zeigt Schwarzbach, was er kann. Der Blues-Experte, der auch auf der aktuellen Cinema-CD von Ex-Wirt Pöngse zu hören ist, zelebriert „Long way From Memphis“ von Lonnie Mack, „Call me the Breeze“ von J. J. Cale und „Hey Bulldog“ von den Beatles, begeistert das Publikum aber auch mit dem eigenen Stück „Don’t Call me Your Friend“. 

Zwei Mal im Laufe des Abends malträtiert Schwarzbach sein Instrument derart, dass ihm eine Saite reißt. Kein Problem: Er spielt einfach auf fünfen weiter. Den Fans, die genießend die Augen geschlossen hatten, wird es nicht aufgefallen sein. Der Profi kaschierte diese Situationen mit spielerischer Leichtigkeit. 

Die Go-Music-Band wechselt dann mühelos von brachialem Blues zu butterzartem Soul. Pianistin Schmidt singt „Ain’t no Love in the Heart of the City“ von Bobby „Blue“ Bland, „Treasure“ von Bruno Mars und „Papa was a Rollin’ Stone“, den vor allen Dingen The Temptations bekannt machten. 

Am Ende skandieren die Zuschauer immer wieder „Svenja, Svenja“ – darunter auch Pöngse und sein Nachfolger Markus Niggemann. Bei allen Unterschieden die ihre musikalischen Ansätze aufweisen; Schwarzbachs Saiten-Spiel und Schmidts Gesang haben eines gemeinsam: Beide kriechen unter die Haut – mit der Nachhaltigkeit, die Engelien sich im Umgang mit dem Planeten wünscht.

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