Enervie modernisiert letztes Stück des Hochspannungsnetzes

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Etwa 40 Meter über dem Erdboden demontieren Arbeiter von Enervie Vernetzt die alten Stromkabel. Insgesamt 20 Masten müssen sie auf dem letzten Abschnitt der Modernisierungsmaßnahme erklimmen.

Werdohl - Es ist der letzte Schritt auf einem langen Weg: Der Stromversorger Enervie hat damit begonnen, die rund 2,3 Kilometer lange sogenannte Portalstrecke im Bereich des Kraftwerks Elverlingsen zu modernisieren. Wenn die Arbeiten in einem Jahr abgeschlossen sind, wird Enervie sein 200 Kilometer langes Hochspannungsnetz komplett erneuert haben.

Auf dem gemeinsamen Trassenabschnitt der 110-kV-Freileitungen „Lüdenscheid 1/2“, „Kalve 1/2“ sowie „Verse 1/2“ im Bereich des Kraftwerks bis zum Bergfeld in Altena werden 20 bestehende Stahlmasten abgebaut und durch 19 neue ersetzt. Die Enervie Vernetzt GmbH, der Netzbetreiber der Enervie-Gruppe, investiert allein in diese Maßnahme zur Sicherung und Modernisierung des Netzes rund 7,5 Millionen Euro.

Erste Vorarbeiten zur Demontage der alten Masten werden derzeit schon durchgeführt. Beispielsweise werden die Leiterseile und Isolatoren der Überlandleitung abgetrennt. Auch eine Baustraße ist bereits erstellt. Sie besteht aus dicken Stahlplatten, die auch mit schwerem Gerät befahren werden können. Für den eigentlichen Abbau der Masten, der im Januar beginnen soll, muss nämlich ein Schwerlastkran eingesetzt werden.

Auch die Isolatoren aus Porzellan werden abgebaut und an einem Seil zu Boden gelassen.

Anschließend müssen auch die riesigen Betonfundamente der Strommasten entfernt und neue Fundamente für die neuen Masten gegossen werden. Ein ziemlich großer Aufwand, denn für jeden einzelnen Masten muss zunächst ein Bodengutachten erstellt werden, um die Standsicherheit der Stahlungetüme sicher zu stellen.

Bisherige Masten fast 60 Jahre alt

Die neuen Masten werden übrigens mit 45 und 50,75 Meter geringfügig höher als die bisherigen aus dem Jahr 1958, die 41 und 45 Meter hoch waren. Insgesamt verbaut Enervie für die neue Überlandleitung 540 Tonnen Stahl und 2700 Kubikmeter Beton. Die Länge der neuen Stromleitungen beträgt 82,8 Kilometer; hinzu kommt noch ein 20 Kilometer langes Glasfaserkabel, das der Datenübermittlung und Überwachung des Betriebszustands der Kabel dient.

Die Erneuerung der Portalstrecke ist übrigens erforderlich, obwohl ab dem Frühjahr 2018 in Elverlingsen gar kein Strom mehr produziert wird. „Auch danach haben wir ja noch ein 1000 Quadratkilometer großes Versorgungsnetz“, gibt Enervie-Pressesprecher Andreas Köster zu bedenken, dass das Unternehmen auch nach der Abschaltung des letzten Kraftwerksblocks 19 Städte und Gemeinden mit Strom versorgen muss.

Gesamtmaßnahme kostet 30 Millionen

Schon 2003 hatte der damalige Netzbetreiber Mark-E eine umfangreiche Analyse des Zustands der insgesamt 671 Hochspannungsmasten im Netzgebiet durchgeführt. Dabei war an etwa jedem dritten Masten Stahlversprödung festgestellt worden, was vorbeugende Modernisierungsmaßnahmen erforderlich machte. 2006 begann dann das Modernisierungsprogramm mit einem Investitionsvolumen von 30 Millionen Euro.

Nach Abschluss der jetzt begonnenen letzten Maßnahme werden 335 Masten erneuert oder saniert worden sein, einige stammten noch aus den 1930er-Jahren. Den neuen Leitungen prognostiziert Enervie eine Lebensdauer von etwa 50 Jahren.

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