Das Ende einer Werdohler Fleischerei

Werdohl - Wenn es finanzielle Probleme in einem Betrieb gibt, überweisen Arbeitgeber häufig keine Sozialbeiträge mehr für ihre Mitarbeiter. Dadurch kommen sie allerdings mit dem Strafrecht in Konflikt - auch eine Werdohlerin.

Von Thomas Krumm

So musste sich im Januar eine 47-jährige Werdohlerin, deren Fleischerei in eine finanzielle Schieflage geraten war, vor dem Amtsgericht Altena wegen „Vorenthaltens und Veruntreuens von Sozialversicherungsbeiträgen“ verantworten.

Zwischen Oktober 2011 und Juli 2012 hatte sie keine Beiträge für ihre Mitarbeiter mehr abgeführt. Den Sozialkassen entstand so ein Schaden in vierstelliger Höhe. Als Grund für die Zahlungsschwierigkeiten nannte die Frau eine „saftige Nachzahlung“ an das Finanzamt.

Ein Unternehmensberater habe Vorschläge zur Fortführung des Betriebes machen sollen, die Hausbank habe einen Kredit in Aussicht gestellt. Allerdings waren auch die Banker offenbar der Meinung, dass es keine Perspektive mehr für die Fleischerei gab. Zur Auszahlung des Kredites kam es nicht mehr.

Richter Dirk Reckschmidt wunderte sich deshalb vor allem, warum die 47-Jährige den insolventen Betrieb nicht eher eingestellt hatte. Zur Klärung offener Fragen war das Verfahren unterbrochen worden. Am Dienstag wurde es mit Zustimmung aller Verfahrensbeteiligten vorläufig eingestellt.

Nach Zahlung einer Geldbuße von 750 Euro werden die Aktendeckel endgültig geschlossen.

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