Ende einer Huppelpiste

Seit rund einer Woche laufen die Arbeiten zur Fahrbahn-Erneuerung der Gewerbestraße.

WERDOHL ▪ Für den Betrag von rund 350 000 Euro wird seit der letzten Woche der hintere Teil der Gewerbestraße erneuert. Den Zuschlag für diesen Auftrag hatte die Firma Ossenberg erhalten, die zunächst vorbereitende Arbeiten am Straßenrand durchführt, bevor es an den eigentlichen Fahrbahn-Belag geht. Bis Ende Oktober, so Tiefbauingenieur Martin Hempel auf Nachfrage, soll diese Maßnahme abgeschlossen sein.

Zur Erschließung des damals neuen Gewerbegebietes Bauckloh war zu Beginn der siebziger Jahre – ebenfalls von der Firma Ossenberg – die Gewerbestraße von der Firma Kracht aus in östlicher Richtung verlängert worden, um damit die Basis für die Neuansiedlung oder den Umzug von Unternehmen aus anderen Werdohler Standorten zu ermöglichen. Seither wurde bei Schäden durch den Winter oder Schwerlastverkehr auf und an der Straße – außer Flickschusterei – nichts mehr getan.

Zuletzt war sie zu einer Huppelpiste verkommen, die vor allem für die Fahrer von Personenwagen zum Horror wurde. Schon lange wurde im Rathaus über eine Sanierung der Gewerbestraße nachgedacht, doch abgesehen davon, dass auch noch andere Projekte eine hohe Priorität hatten, war die Frage der Finanzierung ein gewichtiger Faktor.

Die Hoffnung, die Maßnahme über Mittel aus dem Konjunkturpaket des Bundes abwickeln zu können, zerschlug sich, und eine grundlegende Sanierung in Eigenregie hätte eine Abrechnung für die Anlieger nach dem Kommunalabgabengesetz bedeutet. Herausgekommen ist nun eine Lösung, die aus städtischen Mitteln der laufenden Straßenunterhaltung bezahlt wird.

Sobald die Randsteine entlang des rund 800 Meter langen Bauabschnitts zwischen der Firma Kracht und dem Wendekreis vor dem Gut Bockeloh aufgenommen sind, soll der Asphalt der Fahrbahn um zehn Zentimeter abgefräst werden. Danach werden 18 Zentimeter Asphalt neu auf die Trasse aufgetragen. Damit, so Tiefbauingenieur Martin Hempel, erhöhe sich für die Zukunft die Stabilität der Gewerbestraße – ein wichtiger Aspekt im Hinblick auf die starke Belastung durch den Schwerlastverkehr zu und von den Firmen, die dort angesiedelt sind.

Zum Vergleich: Reine Wohnstraßen erhalten maximal eine Decke zwischen zehn und 14 Zentimetern, Bundesstraßen sind mit durchschnittlich 22 Zentimetern „dabei“. Mit der gewählten Lösung verbindet sich die Hoffnung im Rathaus, für längere Zeit keine Mittel in die Unterhaltung dieses Abschnitts aufwenden zu müssen.

Im Blick haben die städtischen Planer zwar schon jetzt auch eine Zustandsverbesserung der Gewerbestraße zwischen der Einmündung Gildestraße und Firma Kracht, doch ob diese Maßnahme im kommenden Jahr durchgeführt werden kann, ist derzeit noch mit einem Fragezeichen versehen. Denkbar, dass im Hinterkopf in diesem Zusammenhang die Erkenntnis schlummert, dass dieser Straßenabschnitt „nicht ganz so schlimm“ ist.

Rainer Kanbach

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