Elverlingsen nicht geeignet für

Amprion will in Hagen-Garenfeld ein neues Umspannwerk bauen, damit die Regionalversorgung mit Strom auch im Märkischen Kreis gewährleistet ist.

WERDOHL/HAGEN -  Für den Netzbetreiber Amprion ist der Enervie-Standort in Werdohl-Elverlingsen für den Neubau eines Umspannwerks nicht geeignet. Vielmehr hält das Unternehmen daran fest, seine Pläne in Hagen-Garenfeld zu verwirklichen. Die CDU-Fraktion in der Volmestadt hatte wegen der massiven Bürgerproteste vorgeschlagen, das Areal an der Lenne zu nutzen. Dieser Idee erteilte Amprion inzwischen eine Absage.

Der Übertragungsnetzbetreiber will in Garenfeld für 48 Millionen Euro ein neues Umspannwerk bauen. Auf einer riesigen Fläche von 300 mal 270 Metern soll die 380-Kilovolt-Anlage entstehen. Die Investition sei notwendig, um die Regionalversorgung mit Strom sicherzustellen, wie Amprion-Sprecher Jörg Weber erklärte.

Wenn auf den neuen Überlandtrassen vorzugsweise Strom aus den Windparks an und in der Nordsee mit einer Spannung von 380 Kilovolt in Richtung Süddeutschland transportiert wird, ist die bestehende 220-Kilovolt-Anlage in keiner Weise mehr ausreichend.

„Der Standort Werdohl genügt nicht den technischen Anforderungen“, erklärte Amprion-Sprecher Jörg Weber, der darauf hinweist, dass die Abteilung Netzplanung den Vorschlag geprüft habe. Das gelte sowohl für die Fläche, die in Elverlingsen theoretisch zur Verfügung stehe, als auch für rein technische Details. „Gründe der Versorgungssicherheit sprechen ebenfalls gegen Elverlingsen“, so Weber weiter. „Enervie braucht den bereits vorhandenen Einspeisepunkt in Garenfeld.“

Dazu käme, dass weitere Leitungen von Werdohl aus in Richtung der 380-KV-Trasse gebaut werden müssten, über die der Strom künftig auf der Nord-Süd-Energieautobahn geleitet werden soll. „Ein solcher Neubau ist schon aus naturschutzrechtlichen Gründen nur schwer umzusetzen“, so Weber.

Der Einspeisepunkt Garenfeld ist schon wegen der „Insellage“ von Enervie und seinen Kraftwerken von entscheidender Bedeutung. Dort lassen sich über die einzige Schnittstelle derzeit nur 600 Megawatt Strom aus- beziehungsweise einkoppeln. Die Region brauche aber 950 Megawatt in der Spitze, wann an Werktagen in der Mittagszeit Industrie und Haushalte viel Energie benötigten. Ist aber die nötige Netzfrequenz zu gering, bricht das gesamte System in kürzester Zeit zusammen. Deshalb werden die Enervie-Kraftwerke in der Region zwar zur Netzstabilität gebraucht, wirtschaftlich fahren sie aber Millionen-Verluste ein. Deshalb hatte der Energieversorger seine Anlagen Ende September bei der Bundesnetzagentur zur Stilllegung angemeldet (wir berichteten). Ein erstes Gespräch zwischen den Beteiligten Enervie, Agentur und Amprion hat vor wenigen Tagen noch ohne Ergebnis stattgefunden. Für Januar ist ein zweites anberaumt.

Beim SIHK-Jahresempfang hatte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin deutlich gemacht, dass auch ein Vorhalten von Kraftwerksreserven angemessen vergütet werden müsse.

Mit einem neuen Umspannwerk will Amprion die Schnittstelle auf 1100 Megawatt erhöhen. Es wird auch aus physikalischen Gründen für die Regionalversorgung nötig, damit der eingehende Strom auf 220 Volt angepasst wird.

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