Eltern wollen Klofrau und Toilettengebühren

Hausmeister Ralf Wiese steht in der Mädchentoilette und zeigt auf den Durchbruch zu Jungentoilette, die gerade komplett saniert wird. Im Bereich des Durchbruchs kann eine Aufsicht sitzen, es gibt sogar Platz für einen Tisch.

WERDOHL ▪ Auch wenn noch Ferien sind: An der Gesamtschule wird ganz konkret darüber diskutiert, die Schultoiletten durch eine Aufsicht und mit Hilfe einer Benutzungsgebühr vor Zerstörungen und Verschmutzungen zu schützen.

Während Schulleiter Heinz Rohe verstimmt darüber ist, dass das Thema vor zwei Wochen durch unsere Zeitung in die Öffentlichkeit getragen wurde, spricht sich die Pflegschaftsvorsitzende Brigitte Siek offen dafür aus. „Die Eltern befürworten das“, sagte sie auf Nachfrage unserer Redaktion. Sie werde sich dafür einsetzen, in der Schulkonferenz eine Mehrheit für die Idee zu gewinnen. Schulleiter Heinz Rohe spricht nur von Ideen und Vorschlägen, entschieden sei nichts – weiter will er dazu auch gar nichts mehr sagen. Im Schulgebäude am Riesei werden allerdings schon die Voraussetzungen für den Einsatz einer Klofrau geschaffen.

Platz für Tisch in

der Jungentoilette

Im Zuge der Totalrenovierung der Jungentoilette ist bereits ein Durchbruch zu den Sanitäranlagen für die Mädchen eingerichtet worden. Damit die dort vorgesehene Tür ganz zur Jungenseite geöffnet werden kann, sind dort extra die Waschbecken auf eine andere Wand verlegt worden. Das ist so geschehen, weil der Vorraum zum Jungenklo größer ist als auf der Mädchenseite. So ist eine freie Fläche entstanden, auf der bei geöffneter Tür Platz für einen Tisch ist, an dem eine Klofrau sitzen kann. Raumplanerisch ist man bei der Stadt jedenfalls schon weiter, als Schulleiter Rohe über die Sache reden will.

Rohe hatte auch dem SV-Bericht widersprochen, in dem der städtische Bauleiter Peter Grau von ständigen Zerstörungen der Schultoiletten berichtet hatte. Die Häufigkeit von Demolierungen und Verschmutzungen sei schon eine Interpretationsfrage, so Rohe.

Interpretieren möchte Pflegschaftsvorsitzende und Mutter Brigitte Siek da nichts: „Die Toiletten sind einfach nicht benutzbar.“ Sie habe ihrem Sohn eine Freistellung erteilt, in der er in der einstündigen Mittagspause das Schulgelände verlassen darf, um außerhalb bei einem Freund auf die Toilette zu gehen. Sie wisse zwar nicht, warum die Schüler immer wieder die eigenen Toiletten beschädigten oder verdreckten – es sei aber einfach eine Tatsache.

„Wir würden den Kindern

Geld mitgeben“

Von einer Aufsicht in den Toiletten versprechen sich die Eltern viel. Schon die bloße Anwesenheit einer Klofrau würde sicherlich zu einem besseren Verhalten der Schüler auf den Toiletten beitragen. „Wir würden den Kindern auch Geld mitgeben, damit sie eine saubere und funktionierende Toilette benutzen können“, sagt sie. Ein Kostenbeitrag der Schüler könne helfen, die Klofrau zu finanzieren. Und es trete hoffentlich der Effekt ein, dass durch das Verlangen einer Benutzungsgebühr der Wert und Nutzen der Toilettenanlage höher geschätzt werde. Nach dem Motto „was nichts kostet, ist auch nichts“ würde heute nicht pfleglich mit der Keramik umgegangen. Siek glaubt, dass sich bei den Eltern für eine Benutzungsgebühr ebenso wie für eine Klofrau Mehrheiten finden ließen. Überdies sei das Thema nicht neu, schon ihre Vorgängerin im Amt der Vorsitzenden habe es aufgebracht.

Schülervertretung ist

schon informiert

Dass auch unter den Schülern darüber diskutiert wird, bestätigte gestern Schülersprecher Frederik Sip. Rohe habe die Schülervertretung vor den Sommerferien über die Idee von Aufsicht und Toilettengebühren informiert. Gleich zu Beginn des neuen Schuljahres solle in der Schülervertretung darüber diskutiert werden.

Von Volker Heyn

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare