Eltern der Pestalozzi-Schule kämpfen für ihre Kinder

Viele Eltern hatten ihre Kinder zur Informationsveranstaltung im Vier Jahreszeiten mitgebracht und sammelten Argumente für den Fortbestand ihrer Schule.

WERDOHL ▪ Hoch her ging es am Donnerstagabend im Vier Jahreszeiten, als Eltern der Pestalozzi-Schule den Sorgen um ihre Kinder Ausdruck verliehen.

„Bis zum letzten Blutstropfen, bis zum letzten Atemzug“ werde er kämpfen, mit so dramatischen Worten stellte sich Michael Göbel vor die 30 Eltern und Kinder. Göbel hat seinen jüngsten Sohn auf der Förderschule und am vergangenen Dienstag zum ersten Mal verstanden, dass die Zukunft der Förderschule auf die eine oder die andere Weise bedroht ist.

Michael Göbel (r.) hat sich zum Wortführer der Eltern der Pestalozzi-Schule gemacht. Er fand einen ebenso engagierten Mitstreiter in Andre Fischer, einem Vater aus Neuenrade.

Die kommissarische Schulleiterin Stephanie Finke hatte diese Woche Dienstag die Eltern in die Schule eingeladen, um sie über die bevorstehenden Veränderungen zu informieren. Denkbar sind Kooperationen mit anderen Schulstandorten in Plettenberg, Altena und Lüdenscheid, im Raum steht aber auch die Forderung von CDU und WBG, die Schule einfach aufzulösen und die Schüler aus Werdohl wegzuschicken. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Förderschüler in integrativen Lerngruppen an der Hauptschule zu unterrichten. An diesem Dienstag entstand die Idee der Eltern, sich zu solidarisieren und sich öffentlich gemeinsam für ihre Schule einzusetzen.

Unter diesen Voraussetzungen waren am Donnerstag Eltern und Schüler der Einladung von Göbel gefolgt. Lehrer oder Politiker waren nicht eingeladen, lediglich Fördervereins-Vorsitzender Cornelius Böttcher saß mit am Tisch. Böttcher stellte klar, weder als Kommunalpolitiker noch als ehemaliger Schulleiter gekommen zu sein. Er erklärte, dass es aufgrund der zu geringen Schülerzahl bald keine eigenständige Pestalozzi-Schule mehr geben werde. Das sei eine gesetzliche Vorgabe, gegen die die Eltern sicher nicht ankommen würden. Er glaube aber, dass es zu Kooperationen kommen werde: „Da entsteht gerade etwas.“ Böttcher riet den aufgebrachten Eltern, sich an die Sonderpädagogen zu halten, die gerade nach der besten Lösung für die Kinder suchen würden.

Carmen Langner vom Förderverein stand auf und sprach.

Zum Teil lautstark und hitzig forderten die Eltern, an Entscheidungen beteiligt zu werden. Alles würde hinter ihrem Rücken entschieden, auf ihre Kosten würde gespart. Als Eltern von förderungsbedürftigen Kindern fühlten sie sich ohnehin benachteiligt, gar diskriminiert, eine Lobby hätten sie nicht. Sie sind vor allem dagegen, dass ihre Kinder zum Unterricht in andere Städte fahren müssen. Die Schule müsse deshalb in Werdohl bleiben. Göbel: „Wie kann ich 72 förderungsbedürftigen Schülern ihre Plätze wegnehmen, hat das was mit Nächstenliebe zu tun?

Und direkt an CDU und WBG gerichtet: „Die wollen mit aller Gewalt die gute pädagogische Arbeit an unserer Schule zunichte machen.“

Von Volker Heyn

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