Eltern für gemeinsames Frühstück im Kindergarten

Bislang können die Kleinen im Kindergarten St. Bonifatius gemeinsam frühstücken - das Bistum will das ändern.

WERDOHL ▪ Der Elternrat der Kindertageseinrichtung St. Bonifatius in Eveking stellt sich gegen das Ansinnen des Bistums, zukünftig gleitende Zeiten für das Frühstück einzuführen. Johanna Trautmann, Mutter von drei Kindern, spricht aus eigenen Erfahrungen:

„Kinder brauchen feste Regeln und Rituale, um sich in der Welt zurecht zu finden – ein gemeinsames Frühstück ist da sicherlich ein ganz hervorragender Baustein.“ Nachdem sie in unserer Zeitung über den Vorstoß des Bistums gelesen hatte, schrieb sie einen engagierten Brief an Bernd Lösken, den Regionalleiter im Kita-Zweckverband des Bistums Essen. Lösken hält ein gleitendes Frühstück für sinnvoll und zudem landesweit üblich. Es enstpreche dem allgemein gültigen Standard und finde seine Bestätigung in der Haltung des Landesjugendamtes.

Der Elternrat von St. Bonifatius habe sich schon mit gleich lautenden Argumenten an das Bistum gewandt, so Johanna Trautmann. Um die Haltung der Eltern zu unterstützen, habe sie sich zusätzlich an Bernd Lösken gewandt. Alle drei Söhne von Johanna Trautmann haben den Kindergarten besucht, der Jüngste ist noch dort. „Als ich den Artikel las, bin ich fast geplatzt“, sagte sie, dementsprechend emotional ist ihr Brief verfasst: „Waren Sie, Herr Lösken, schon einmal für einen oder zwei Tage zu Gast in unserem Kindergarten?“ Lösken sei bestimmt nicht so mit dem Ablauf dort vertraut, dass er behaupten könne, Spiel, Gruppenarbeit und Lernprozesse würden abrupt für das Frühstück beendet. In der Realität sei das ganz anders: Der Tagesablauf im Kindergarten sei auf diesen gemeinsamen Termin abgestimmt, kein Kind werde mitten aus der Beschäftigung gerissen.

Trautmann spekuliert auf eine Art Ausnahmegenehmigung, die wohl für eine andere Einrichtung in der Nähe erteilt worden sei. Bei der Vielzahl der Kindergärten im Zweckverband müssten doch individuelle Lösungen möglich sein. Und zum Schluss: „Andernfalls stellt sich doch uns Eltern die Frage, wie viel Vertrauen Sie und der Zweckverband in die Entscheidungsfähigkeit gelernter und in jahrelanger Arbeit mit Kindern erfahrener Kindergärtnerinnen haben.“

Von Volker Heyn

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