Ekel-Alarm in Werdohl: Maden im Mehrfamilienhaus

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Eine von Schimmel befallene Wand in einer Wohnung in Düsseldorf. Das Ordnungsamt schreitet nur dann mit Zwangsmaßnahmen ein, wenn eine Person sich selbst oder andere gefährdet.

Werdohl - Maden, Schimmel und Silberfische im Mehrfamilienwohnhaus, unerträglicher Gestank von einer alleinlebenden Bewohnerin, deren Demenz täglich schwerer wird.

Alle anderen Parteien im Haus leiden mit, haben aber auch Angst um ihre eigenen Familien. Da das Haus in Eigentumswohnungen aufgeteilt ist, gibt es keinen Vermieter. Polizei und Ordnungsamt sind schon längst verständigt, doch augenscheinlich passiert nicht viel. Behörden seien in solchen Fällen sehr enge Grenzen gesetzt, erklärt Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel auf Nachfrage. 

So ein Fall ereignete sich dieser Tage in einem Mehrfamilienhaus in Werdohl. Die allein in ihrer Wohnung lebende Frau verwahrlost zusehends, für ihre Nachbarn erkennbar schreitet die Demenz voran. Angehörige gibt es nicht. Alle Nachbarn kennen sich untereinander, im Haus wird wohl auch fürsorglich aufeinander geschaut. Ein Familienvater berichtete jetzt gegenüber unserer Redaktion, dass er schon vieles unternommen habe, um der Frau zu helfen. Der Gestank aus der Wohnung sei allerdings unerträglich, der Körpergeruch der Frau einfach nicht auszuhalten. Er spricht von Maden und Silberfischen. Im Haus lebten mehre kleine Kinder, darunter auch ein Säugling. Die Familien haben Sorge um ihre Gesundheit und auch um die Sicherheit des ganzen Hauses. Wenn die Frau vergesse, den Herd abzuschalten, könne Schlimmeres geschehen. 

Nachbarn verständigen das Ordnungsamt

Vor Kurzem hatten die Nachbarn am Wochenende das Ordnungsamt verständigt, weil die Situation besonders schlimm geworden war. Mitarbeiter des Ordnungsamts-Notdienstes aus Lüdenscheid seien gekommen und hätten die Frau aufgesucht, doch erkennbar sei nichts geschehen. An einem anderen Tag sei die Polizei gerufen worden. Auch ein Seelsorger habe sich gekümmert. 

Werdohls Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel kann aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nichts zu dem Einzelfall sagen. Generell sei das Verhalten der Behörden in solchen Fällen immer gleich. 

Ist Gefahr im Verzug?

Nur, wenn die Mitarbeiter des Ordnungsamtes feststellten, dass die Person sich selbst oder andere gefährde, würde unmittelbar eingeschritten. Wenn Gefahr im Verzug sei, würden der entsprechenden Person die Freiheitsrechte entzogen. Die Person werde in die geschlossene Abteilung der Hans-Prinzhorn-Klinik gebracht. Ein Richter entscheide danach über alles weitere. 

Wenn keine unmittelbare Gefahr drohe, aber doch schwierige Zustände erkannt würden, werde der sozialpsychiatrische Dienst des Märkischen Kreises eingeschaltet. Der Dienst könne zum Beispiel eine Betreuung beim Amtsgericht beantragen. Das sei aber kaum gegen den Willen der betroffenen Person möglich und sei langwierig. Mentzel: „Manche Menschen wollen einfach keine Hilfe oder Betreuung annehmen.“ 

Diese Einsätze würden in der Regel so ablaufen, dass die Nachbarn nichts davon mitbekommen. So könne allerdings auch der Eindruck entstehen, die Behörden unternähmen nichts.

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