Mit einer Ausstellung fing alles an

Eisenbahnerstammtisch feiert Zehnjähriges

Passender Ort für ein Treffen: (von links) Karl Heinz Ganser, Reiner Müller, Heinz-Werner Turk, Friedrich und Heide Menzel kamen mit weiteren Stammtischmitgliedern im Café im Bahnhofsgebäude zusammen.
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Passender Ort für ein Treffen: (von links) Karl Heinz Ganser, Reiner Müller, Heinz-Werner Turk, Friedrich und Heide Menzel kamen mit weiteren Stammtischmitgliedern im Café im Bahnhofsgebäude zusammen.

„Mensch, mehrere Tage haben wir damals die Ausstellung aufgebaut“, sagt einer aus der Runde und stöhnt. „Es waren ja auch 45 Schautafeln“, ergänzt Heinz-Werner Turk.

Ein Dritter beschwichtigt jedoch sogleich: „Dafür gab es aber auch eine Bombenresonanz.“ Nun nicken alle. Zusammengekommen sind an diesem Nachmittag die Initiatoren und Gründer des Eisenbahnerstammtisches, der im kommenden Monat damit zehn Jahre alt wird.

Am Anfang stand die Ausstellung zum Thema „150 Jahre Ruhr-Sieg-Strecke“. Diese fand im Werdohler Bahnhof statt, dort wo heute in einem Café Gäste bewirtet werden. Turk berichtet: „Einer der vielen Besucher war Heiner Burkhardt, der Vorsitzende des Werdohler Heimat- und Geschichtsvereins.“

Austausch über Eisenbahn-Themen

Und eben dieser regte an, auch über die Ausstellung hinaus Kontakt zu halten, um sich über Eisenbahn-Themen auszutauschen. Reiner Müller schwärmt: „Das ist ein vielseitiges Sachgebiet. Der eine interessiert sich für die Technik der Züge, der andere für Modelleisenbahnen und ein Dritter womöglich für die Fahrplan-Gestaltung.“

Folglich wurde im September 2011 erstmals zu einem Eisenbahnerstammtisch eingeladen, der als Untergruppe des Heimat- und Geschichtsvereins installiert wurde. Turk erläutert hörbar stolz: „Zu unseren Treffen kamen nie weniger als 15 Interessierte, aber auch mal 25.“

Corona: Vorerst keine Tagestrips mehr

Müller erklärt: „Wir haben auch viele Ausflüge veranstaltet – sei es zum ICE-Werk in Köln, oder zum Stellwerk in Hagen.“ Friedrich Menzel, der mit seiner Frau Heide gekommen ist, pflichtet ihm bei: „Nach diesen Touren werden wir immer wieder gefragt.“ Seit Januar 2020 finden solche Tagestrips jedoch coronabedingt vorerst nicht mehr statt.

Doch für die Zeit nach der Pandemie ist bereits der nächste Ausflug geplant. Ziel wird dann Dortmund-Eving sein. Dort befindet sich das von der Firma Siemens betriebene Instandhaltungswerk für den Rhein-Ruhr-Express. „Der fährt auf vier unterschiedlichen Strecken“, demonstriert Menzel sofort sein Fachwissen. „Einer fährt zum Beispiel von Aachen nach Koblenz“, berichtet Turk.

Nimmt das Fahrgastaufkommen ab?

„Aber die Werdohler fahren doch gar nicht mehr mit der Bahn“, meint Ganser, ein nachlassendes Interesse an diesem Transportmittel festgestellt zu haben. „Na, das würde ich aber nicht sagen“, gibt ihm Müller sofort Kontra. Menzel lenkt die beiden von ihrer Diskussion ab: „Unser Stammtisch engagiert sich auch für den Erhalt des Viadukts in Ütterlingsen.“ Das stadtbildprägende Bauwerk ist in keinem guten Zustand und droht immer weiter zu verfallen. Die Deutsche Bahn verschiebt die geplante aufwendige und teure Sanierung immer weiter nach hinten. Nun sollen die Arbeiten erst im Jahr 2027 abgeschlossen sein.

Noch in diesem Jahr allerdings bieten die Gründer des Werdohler Eisenbahnerstammtisches eine Jubiläumsveranstaltung zu ihrem Zehnjährigen an: Am Donnerstag, 21. Oktober, wird ab 19 Uhr in den Räumen des Kleinen Kulturforums im Bahnhofsgebäude ein Bildervortrag aus diesem Anlass gehalten. Bei der kleinen Wiedersehensfeier, der damaligen „Malocher der Ruhr-Sieg-Ausstellung“, wie Turk seine einstigen Helfer nennt, fehlte nun krankheitsbedingt Karl-Heinz Neumann.

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