Einwohnerzahl schrumpft

Der demographische Wandel mit all seinen negativen Begleiterscheinungen trifft die Stadt Werdohl

WERDOHL ▪ „Von nun an ging’s bergab“. Dieser Schlager von Hildegard Knef aus dem Jahr 1967 kann durchaus auf die Bevölkerungsentwicklung in Werdohl übertragen werden. Nach stetigem Anstieg der Einwohnerzahl nach dem Krieg war im Dezember 1971 der Höchststand mit 24 907 Personen erreicht und damit auch – im Vorgriff auf die 25 000-Grenze – die Legimitation für den Rat gegeben, dem damaligen Stadtdirektor Wilfried Leven zur Unterstützung zwei Beigeordnete zur Seite zu stellen – Peter Stiller und den inzwischen verstorbenen Alois Riedel.

Schon seit Mitte der fünfziger Jahre hatte die Werdohler Stadtverwaltung umfassende statistische Berichte zu allen Bereichen des öffentlichen Lebens herausgegeben; zunächst im Vierteljahresrhythmus, ab 1974 dann nur noch jährlich. Reduziert auf die Bevölkerungsentwicklung lassen diese Berichte erkennen: Vor 50 Jahren hatte Werdohl eine Einwohnerzahl von 21 695, die ständig kletterte, weil die Wirtschaft florierte.

Spätestens seit der zweiten Hälfte 1972 war jedoch aus diesen Unterlagen der Stadtverwaltung erkennbar: Die Bevölkerung schrumpfte. Innerhalb von acht Jahren ging sie um fast 3 000 Einwohner zurück. Als mit Ende 1981 der letzte statistische Jahresbericht im Rathaus herausgegeben wurde, war mit 21 511 Einwohnern eine neue Negativmarke erreicht.

Besser wurde es danach nicht mehr – trotz einiger Ausschläge nach oben, die allerdings mit Großbaumaßnahmen (zum Beispiel das Mark-E-Kraftwerk in Elverlingsen) zu tun hatten.

Inzwischen ist ein Stand erreicht, der grob skizziert – auf Vorkriegsniveau liegt. Mit Datum vom 30. Juni 2009 lebten in Werdohl noch 19 171 Menschen; ein halbes Jahr später hatte sich diese Zahl auf 19 005 reduziert, und am 30. Juni dieses Jahres vermeldet das Statistische Landesamt in Düsseldorf: In Werdohl leben nur noch 18 816 Männer, Frauen und Kinder. Gründe unter anderem: Mehr Sterbefälle, weniger Geburten und Abwanderungen, die vielfach berufliche Ursachen haben.

Und apropos Frauen: Deren Anteil an der Gesamtbevölkerung lag seit Ende der siebziger Jahre nahezu konstant zwischen knapp 9 800 und (aktuell) knapp 9600.

Rainer Kanbach

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