Einstimmiges Votum für Auflösung der Schule

Peter-Paul Marienfeld wird künftig nur noch eine Schule leiten müssen. ▪ Fraune

WERDOHL ▪ Die städtische Pestalozzischule soll zum Schuljahresende aufgelöst werden. Diesem Beschlussvorschlag ist der Schulausschuss gestern einstimmig gefolgt. Das letzte Wort hat am 16. Mai der Rat, wobei dies als Formsache gilt. Dann soll auch grünes Licht für die entsprechende öffentlich-rechtliche Vereinbarung mit Plettenberg gegeben werden.

Der Standort Werdohl soll zunächst erhalten bleiben, als Nebenstelle der Plettenberger Vier-Täler-Schule. Wie lange dies der Fall sein wird, da wollte sich Leiter Peter-Paul Marienfeld nicht festlegen. „Wir müssen die weitere Entwicklung abwarten“, weiß er um die Unwägbarkeiten des integrativen Unterrichts. Heißt: Es ist schwer zu prognostizieren, wie viele Förderschüler überhaupt in dem Förderschulgebäude unterrichtet werden müssen. „Zum 1. August 2011 wird das Gebäude nicht leer gezogen“, beantwortete er eine Überlegung von Christoph Plassmann (CDU).

Marienfeld machte im Ausschuss auch deutlich, dass die Aufnahme der älteren Jahrgänge, die zunächst in Werdohl verbleiben, gar nicht möglich ist. „Wir können keine drei Klassen rüberholen.“ Es gebe nicht genug Räume. „In den nächsten Jahren“ werde sich daran aufgrund des allgemeinen Rückgangs der Schülerzahlen aber etwas ändern.

Dass sich die Situation ohne eine Auflösung der Pestalozzischule und der damit verbundenen Beschulung der jüngeren Jahrgänge in der Vier-Täler-Schule zuspitzen würde, unterstrich Marienfeld. Häufig würden dann in den Klassen eins bis sechs nur fünf bis sechs Schüler sein. Bei den jetzigen Planungen handele es sich außerdem um einen erzielten Kompromiss. Versprechungen aus 2010 an die Eltern und die sachlichen Notwendigkeiten seien zu beachten.

Die Politik stellte ihren Fokus in der Sitzung auf zwei Aspekte besonders scharf: die Beförderung der Schüler der unteren Jahrgänge sowie die Zukunft der Neuenrader Förderschüler. SPD-Fraktionsvorsitzender Cornelius Böttcher unterstrich, dass der nun geplante vorgesehene Schülerspezialverkehr für die Mädchen und Jungen, die in Plettenberg unterrichtet werden, auf den Antrag seiner Partei zurückging. „Ich halte das für absolut sinnvoll“, wusste er aus seiner Erfahrung als Förderschulleiter zu berichten.

Fraktionsübergreifend sorgten sich die Ausschussmitglieder um die Neuenrader Förderschüler. Bürgermeister Siegfried Griebsch stellte klar, dass Neuenrade formell die öffentlich-rechtliche Vereinbarung mit Werdohl gekündigt habe, es somit rein rechtlich keinen Bestandschutz für die weitere Beschulung in Werdohl gebe. Doch Schulamtsleiter Rainer Gumz berichtete, dass die Hönnestadt an einer Vereinbarung mit Plettenberg arbeitet, die Zukunft der Schüler am Standort in Werdohl dann gesichert wäre.

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