Einstein-Gesamtschule: Schöne Feier ohne Sturm

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Lisa-Aileen Picker (rechts) bekam von Schulleiter Rohe als Jahrgangsbeste ein Geschenk.

WERDOHL ▪ Einige Besonderheiten weist die Abiturientia 2012 der Albert-Einstein-Gesamtschule auf: Mit 41 Entlassschülern ist es ein selten kleiner Jahrgang, es gab erstmals seit langer Zeit keinen Abisturm und es ist ein weiblich dominierter Jahrgang.

Von Volker Heyn

Auf diese Besonderheiten ging Schulleiter Heinz Rohe in seiner Begrüßung am Freitag beim feierlichen Abschluss im Festsaal Riesei ein. Der Jahrgang sei nicht nur der Zahl nach sondern auch von der Qualität her „von Frauen dominiert“, so Rohe. Die beste des Jahrgangs war Lisa-Aileen Pickert, für ihr soziales Engagement bekamen die ebenfalls zu den Jahrgangsbesten gehörenden Laura Sanz Martin und Ancla Müller eine Ehrung. Rohe betonte, dass der Jahrgang mit der besonderen Behinderung eines Mitschülers „gut umgegangen“ sei, was er den jungen Männern und Frauen hoch anrechnete.

Der Jahrgang sei des üblichen Abisturms „überdrüssig“ gewesen und habe sich stattdessen voll auf den Abiball am Abend konzentriert. Er sprach von den jungen Leuten als „pragmatische, rationale Individualisten.“

Bürgermeister Griebsch verglich den heutigen Abiturjahrgang mit dem von 2010: „Damals war die Welt noch eine andere.“ Heute sei die Stimmung trotz der Euro-Krise ungleich besser. „Ihnen stehen alle Türen offen“, sagte er. Wegen des demografischen Wandels würden viele Facharbeitskräfte gesucht. 868 Schüler habe die AEG, davon 406 aus Werdohl und 462 aus Nachbarstädten – für Griebsch ist das ein Zeichen, dass die AEG über die Grenzen der Stadt hinaus anerkannt sei. Den Schülern gab er sein eigenes Lebensmotto mit auf den Weg: „Denken Sie positiv, dann kann überhaupt nichts schief gehen.“

Dreigroschenoper schweißt zusammen

Für die Abiturienten machten sich Bianca Runte und Daniel Gerstberger Gedanken, ob ihr Jahrgang wohl eine Gemeinschaft gewesen war. In sehr langer Rede stellten die beiden am Ende fest: „In drei Jahren Oberstufe haben wir uns entwickelt.“ Die zweijährigen Proben für die Aufführung der Dreigroschenoper hätten den Jahrgang letztlich zusammengeschweißt. Anstelle eines Abisturms sollte der Abiball am gestrigen Abend treten. Sie hätten „viel dafür gearbeitet, einen gemeinsamen wundervollen Abend zu verbringen.“ Allen Lehrerinnen und Lehrern wurde aufrichtig und von Herzen kommend gedankt, ebenso den Eltern und Verwandten.

Seine Premiere als Abi-Laudator meisterte Klassenleiter Tim Hellmeier mit Selbstironie („eine scheinbar unmögliche Aufgabe für einen Sportlehrer“). Er verglich die vergangenen drei Jahre mit Episoden und Weisheiten aus dem Fußball, was bei den Gästen sehr gut ankam. Zu seinen Schülern sagte er: „Sie haben ihre persönliche EM gespielt und gewonnen.“

Begeisternd und mitreißend wirkten die Musikbeiträge der Schülerinnen und Schüler zur Abiturfeier. Mutigen Gesang lieferten Sara Nadine Kostusiak und Sarah Bröker. Doch was Abiturient Jannik Rosner und der Siebtklässler John Silvers am Klavier boten, war schlichtweg grandios.

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