179 Lernanfänger in den Werdohler Grundschulen

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Der erste Schultag in der St. Michael-Grundschule begann mit einem Gottesdienst in der Kirche.

Werdohl - 179 Lernanfänger haben die drei Werdohler Grundschulen am Donnerstag aufgenommen. Die meisten ABC-Schützen besuchen die Städtische Gemeinschaftsgrundschule, allerdings verteilen sich die 75 Mädchen und Jungen auf die beiden Standorte Kleinhammer (38) und Königsburg (37). Die Martin-Luther-Grundschule in Ütterlingsen begrüßte 59 neue Mitschüler. Drei Klassen mit i-Männchen gibt es an der katholischen St. Michael-Grundschule in der Stadtmitte, die 45 Kinder aufgenommen hat.

Die evangelische Grundschule in Ütterlingsen bleibt als einzige Werdohler Grundschule bei den jahrgangsübergreifenden Lerngruppen. Schulleiterin Britta Schwarze hält viel davon, dass jüngere Schüler auch von den älteren lernen können. So wurden am Donnerstag 59 Jungen und Mädchen im etwas mürrischen Antlitz des Reformators Martin Luther eingeschult.

Weil einige Eltern und Kinder wegen des Regens wohl schlecht aus dem Haus gekommen waren, begann der Einschulungsgottesdienst in der Christuskirche mit Verspätung. Diejenigen, die pünktlich waren, mussten besonders lange warten. Danach zog die Schulgemeinde um nach Ütterlingsen, wo wegen der Witterung die Einschulung im Gebäude stattfinden musste.

System nicht leicht zu durchschauen

Es war ein ganz schon lautstarkes Durcheinander, bis sich alle Eltern und Verwandte mit ihren Kindern vernünftig eingefunden hatten. Nach einer ganz kurzen Begrüßung durch die Schulleiterin Britta Schwarze wurden die Kinder für die einzelnen Klassen namentlich aufgerufen und gingen mit ihren Lehrerinnen für kurze Zeit in die Klassenräume. Die Eltern stürmten derweil die Caféteria und mancher sorgte sich, wie es seinem Kind wohl in der Klasse ergehen würde. 

In der Martin-Luther-Grundschule griff Schulleiterin Britta Schwarze zum Megaphon, um sich Gehör zu verschaffen.

„Wir sehen die Lernanfänger drei Mal vor ihrer eigentlichen Einschulung“, so Britta Schwarze. Die Zeit würde reichen, sich gegenseitig kennenzulernen. Die Lehrerinnen wüssten die Namen ihrer Schützlinge und natürlich andersherum. Die Kinder könnten sich untereinander bekannt machen. Das würde merklich die Scheu und bei manchem auch die Angst vor der Schule nehmen. Tränen in Kindergesichtern gäbe es so nur noch ganz vereinzelt.

Das System mit den Lerngruppen und den Klassen ist für Eltern und Außenstehende nicht ganz einfach zu durchschauen. Schwarze: „Die Kinder haben das ganz schnell raus und es funktioniert super.“

Vier Klassen wurden gestern eingeschult: Die „Sonne“ von Sonja Fessel, der „Mond“ von Caroline Barnefske, die „Sterne“ von Bettina Kaiser und der „Regenbogen“ von Sarah Loroch. So entstanden akzeptable Klassengrößen. Die Kinder sind in drei Lerngruppen zu je 20 Kindern unterteilt, in denen gemeinsam Mathe, Deutsch und Englisch unterrichtet wird. Für die dritte Lerngruppe ist Anna Weiland zuständig. Insgesamt gibt es an der Schule fünf Lerngruppen, dafür musste eigens die Bücherei in einen Klassenraum umgebaut werden.

75 ABC-Schützen in der Gemeinschaftsgrundschule

„Herzlich willkommen, Ihr lieben Leute“, sangen die älteren Schüler der städtischen Gemeinschaftsgrundschule am Standort Kleinhammer – gerichtet an die neuen Erstklässler. Deren Aufregung versuchte auch Schulleiterin Sybille Böddecker zu nehmen: „Ich weiß, dass Ihr das alle ganz toll schafft.“ Doch sie hatte noch einen Wunsch: „Ich hoffe, dass Eure Eltern es schaffen, Euch in die Klasse gehen zu lassen ohne hinterherzurennen.“

An der Städtischen Gemeinschaftsgrundschule verteilen sich 75 Kinder auf vier Klassen.

Das gelang dann aber auch fast allen Müttern und Vätern. Klassenlehrerin Claudia Gierse nahm sich dann der 18 Kinder aus der 1a an. Maren Horch, die Klassenlehrerin der 1b, schulte am Donnerstag ihren eigenen Nachwuchs ein. Für sie führte Julia Wallentin die 19 i-Dötzchen in den Klassenraum. Und sie beantworte gleich die Fragen eines Jungen: „Kriegen wir heute unsere erste Aufgabe? Schreiben oder Rechnen?“

In der Turnhalle am Standort Kleinhammer verglichen die Mädchen ihre Kleider, während die Jungen mit ihren coolen Tornistern angaben. Die älteren Schüler sangen für sie „Du musst an Dich glauben. So viele Lügner haben viel Geld auf der Bank. Millionen Kinder werden vor dem Fernseher krank.“

Die 1c begleitete Schulleiterin Böddecker, da auch Klassenlehrerin Julia Auth ihren Nachwuchs einschulte. Angelika Simon ist Klassenlehrerin der 1d. Einer ihrer Schützlinge konnte sich nur schwer von seiner Mama trennen, aber Simon nahm sich seiner sehr liebevoll an. Beide Klassen in Kleinhammer haben 19 Schüler.

45 i-Männchen in der Stadtmitte

45 Schulanfänger hat die katholische St. Michael-Grundschule aufgenommen. Sie alle, aber auch ihre Eltern und einige ältere Mitschüler feierten aber zunächst mit Pater Christoph Robak in der St. Michael-Kirche einen Gottesdienst.

Die Feier in der Kirche gestaltete der Schulchor mit, der die neuen Mitschüler mit dem Lied „Wir sind die Kinder von St. Michael“ begrüßte. Darin war die Rede von einem „Haus, das lebt“ und an dem die Kinder mitbauen.

Mit Bildern versuchten auch die Lehrerinnen Ulrike Schmalz und Carmen Fürhoff die Lernanfänger auf ihren neuen Lebensabschnitt einzustimmen. Sie verglichen die Schule mit einem bunten Garten. Wie die Pflanzen im Garten Licht und Wasser benötigten, um zu wachsen und zu gedeihen, sei der Mensch auf Nahrung für Körper und Geist angewiesen. Und die werde in der Schule gereicht, war die Botschaft.

Anschließend ging es für die Mädchen und Jungen zum ersten Mal in die Schule. Dort lernten sie auch ihre Klassenlehrerinnen kennen: In der Klasse 1a unterrichtet Alica Korjakin 19 Lernanfänger. In der Klasse 1b bringt Lisa Schmoll den Kindern Rechnen, Schreiben und noch mehr bei. Allerdings war sie wegen der Einschulung ihres eigenen Kindes verhindert und wurde durch Andrea Esken vertreten.

Und dann gibt es da noch die Eulenklasse von Nicol Perlick. Darin sind Kinder aus Syrien, Albanien, Bulgarien und der Türkei versammelt, die zunächst noch die deutsche Sprache lernen müssen, bevor sie durchstarten können.

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