Einsatzzahlen steigen: Immer mehr Arbeit für die Werdohler Wehr

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Werdohl - Unangekündigten Besuch in großer Zahl bekam am frühen Mittwochmorgen eine schwerhörige Seniorin in Werdohl.

Als sie ihre Wohnungstür in einem Mehrfamilienhaus an der Straße Am Krähenacker endlich öffnete, wurde sie von vielen Einsatzkräften der Feuerwehr, der Polizei und des Rettungsdienstes begrüßt. 

Denn zuvor hatte der Heimrauchmelder in der Wohnung der alten Dame ausgelöst. Weil dieser recht nah an der Wohnungstür angebracht ist, hörten die Nachbarn den lauten Piepton des Melders bis in den Flur und alarmierten die Feuerwehr. Die Seniorin allerdings hielt sich zu diesem Zeitpunkt im anderen Teil der Wohnung auf, bekam deshalb wegen ihres schlechten Hörvermögens davon überhaupt nichts mit. 

Löschzug Stadtmitte rückt aus

So rückte um 6.31 Uhr der Löschzug Stadtmitte mit etwa 20 Personen und mehreren Fahrzeugen die kurze Strecke vom Gerätehaus bis zum Einsatzort aus. Auch die Wehrkräfte hörten das laute Piepen des Melders und versuchten durch Klingeln, Klopfen und Trommeln gegen die Tür sowie Rufen auf sich aufmerksam zu machen. Dies jedoch vergebens. 

Als letzter Ausweg blieb deshalb nur die Tür gewaltsam zu öffnen. Erst als die Einsatzkräfte bereits begonnen hatten das Türschloss aufzubohren, registrierte die Seniorin den Lärm, öffnete selbstständig und körperlich unversehrt die Tür – und war sehr verdutzt über das große Begrüßungskomitee. 

Ein Feuer gab es nicht zu löschen

Mit der Türöffnung hatten die Wehrmänner den schwierigsten Teil des Einsatzes bereits erledigt, denn ein Feuer gab es in der Wohnung nicht zu löschen. „Der Melder war wohl defekt, hat deshalb ausgelöst. Trotzdem haben die Nachbarn sehr gut reagiert, indem sie direkt die Feuerwehr verständigten, nachdem sie das Piepen wahrgenommen hatten und in der Wohnung niemand reagierte“, sagte Wehrleiter Kai Tebrün auf Anfrage. 

Nach einer einsatztechnisch recht ruhigen Monatsmitte war dies bereits der fünfte Wehreinsatz seit dem frühen Samstagmorgen. Ein Umstand, der nicht allen Werdohlern passt. Weil in einigen Fällen aufgrund der zunächst unklaren Einsatzlage auch eine Alarmierung der Einsatzkräfte per Sirenen erfolgte, beschwerten sich Anwohner, die sich durch das Heulen der Sirenen in der Nachtruhe gestört fühlten, beim Wehrchef. 

Steigerung um bis zu vier Prozent

„Dies nehmen wir natürlich zur Kenntnis, können daran aber nichts ändern. Denn um wirklich alle Einsatzkräfte zu erreichen, müssen wir bei bestimmten Einsatzlagen auch über die Sirenen alarmieren“, erklärte Tebrün. 

Dass die Einsatzlage im Sommer aber generell höher sei, kann Tebrün nicht bestätigen. Sehr wohl aber einen generellen Anstieg der Einsatzzahlen. Diese erhöhten sich mittlerweile seit längerer Zeit jährlich um zwei bis vier Prozent. „Eine Erklärung dafür haben wir auch nicht. Wir merken jedoch, dass es für uns immer mehr zu tun gibt“, sagte Tebrün

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