Viele wollen helfen, Wenige wollen sich helfen lassen

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Ingo Jöres vom CVJM in Werdohl wartet auf Anfragen.

Werdohl/Neuenrade/Balve – Solidarität ist in den Zeiten des Coronavirus nicht nur ein leeres Wort: In Werdohl, Neuenrade, Balve – und insbesondere auch in den einzelnen Ortsteilen – bieten Institutionen, Gruppen oder Einzelpersonen Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören ihre Hilfe in Form von Einkaufsdiensten an. Doch bisher werden diese Angebote kaum in Anspruch genommen.

So berichtet Ingo Jöres vom CVJM in Werdohl, dass bisher nur eine junge Frau für ihren Großvater angerufen habe. „Der ist aber noch nicht sicher, ob er das Angebot in Anspruch nehmen möchte“, sagt Jöres. Dennoch steht das zehnköpfige Team – allesamt Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinde – weiter in den Startlöchern, um für Senioren, für Menschen mit Vorerkrankungen oder die unter Quarantäne stehen einzukaufen. Jöres ist unter Tel. 01 57 / 74 49 07 34 erreichbar. 

Auch der Werdohler Andreas Späinghaus und sein Sohn Niklas bieten Betroffenen an, die Einkäufe für sie zu erledigen. Sie können unter Tel. 0 23 92 / 72 23 34 oder 01 60/94 46 85 98 kontaktiert werden.

Das Team der Fitnesslounge in Neuenrade wartet noch auf Einkaufsaufträge. „Es tut sich bisher nichts, obwohl wir unter anderem in den sozialen Netzwerken für die Aktion geworben haben“, sagt Geschäftsführer Marcel Niehues. Er hofft aber darauf, dass möglichst viele Neuenrader anderen Menschen am Telefon oder per WhatsApp von dem Angebot erzählen, „damit auch diejenigen davon erfahren, die nicht im Internet unterwegs sind“. 

Die Pfarrei St. Michael Werdohl-Neuenrade bietet ebenfalls konkrete Hilfen an. Niemand solle in den schweren Stunden allein gelassen werden, lautet er Leitsatz der Aktiven. Wer nicht in der Lage ist, seine Einkäufe selbst zu erledigen, kann den Caritasverband Altena-Lüdenscheid, Tel. 0 23 51 / 90 50 33 kontaktieren.

In Küntrop setzen sich Ortsvorsteher Ludger Stracke und die St. Sebastian-Schützen in Coronazeiten für Hilfsbedürftige ein. Stracke (Tel. 0 23 94 /5 36) kann für den Lebensmitteleinkauf zudem auf viele Freiwillige aus dem Dorf zurückgreifen. Doch bisher hat das Telefon noch nicht geklingelt. Der Ortsvorsteher hat sich mit Christian Stein, dem Vorsitzenden der Küntroper Schützen, abgesprochen. „Unsere Angebote ergänzen sich optimal. Wir arbeiten Hand und Hand“, sagt Stein. Die Schützen wollen die Küntroper bei Bedarf mit Getränken beliefern. „Wir haben den Bierkeller vollgepackt“, erklärt er. Stein glaubt, dass die Hilfsangebote über Kurz oder Lang auf jeden Fall noch angefordert werden. Wer Getränke benötigt, wählt die Rufnummer 01 51/15 05 64 91. 

Ortsvorsteher Josef Hochstein hat in Zusammenarbeit mit der Landbäckerei Schirp einen Lieferservice für Affeln, Altenaffeln und Blintrop auf die Beine gestellt. „Wir liefern ohnehin zwei Mal wöchentlich an einige Kunden“, berichtet Birgit Schirp. Bisher hätten sich zwei Blintroper gemeldet, die dieses Angebot ebenfalls noch in Anspruch nehmen möchten. Sollte diese Zahl sprunghaft ansteigen, hoffe sie allerdings auf Helfer aus dem Dorf, sagt Schirp: „Sonst können wir das nicht stemmen.“ 

In Balve hat der 19-jährige Marco Thiele die Facebook-Gruppe Coronahilfe Balve gegründet. Bereits knapp 180 Personen hätten sich dort als Helfer registrieren lassen, berichtet Thiele: „Das ist eine super Beteiligung. “ Er habe sich zur Gründung der Gruppe entschlossen, nachdem er gemeinsam mit seinem besten Freund einen Einkauf für dessen Mutter erledigt hatte. Die Mutter seines Freundes habe sich aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Virus nicht mehr aus dem Haus getraut. Inzwischen habe es 13 Anfragen aus Garbeck und Balve gegeben, berichtet Thiele. Der erste Einkauf liege bereits hinter den Ehrenamtlern. Wer Hilfe benötigt, kann sich unter folgenden Rufnummern melden: 01 63/7 72 72 74 50 (Marco Thiele), 01 72/ 7 02 19 18 (Mike Schmoll), 01 76/ 23 97 88 30 (Sandra Hennig), 01 77/ 9 61 06 71 (Ela Hammecke). Diese Personen vermitteln dann Kontakt zu einem der registrierten Helfer. 

Der Mellener Otmar Hermanns bietet den Dorfbewohnern ebenfalls seine Hilfe an. „Ich hatte das schon seit einigen Tagen im Kopf. Wir müssen jetzt denen beistehen, die unsere Hilfe brauchen“, sagt Hermanns, der unter Tel. 0 23 75 / 39 94 Einkaufsaufträge annimmt. 

Ab Montag kann auch das gemeinsame Angebot der Stadt Balve, der Evangelische Kirchengemeinde Balve und des Pastoralverbund Balve-Hönnetal in Anspruch genommen werden. Ab 9 Uhr sind dann die Hilfetelefone (0 23 75 / 91 38 72 und 0 23 75 / 91 38 73) erreichbar. Die Hilfe solle durch Telefonate und Besorgungen erfolgen, schreiben Bürgermeister Hubertus Mühling, Pfarrer Andreas Schulte und Pfarrerin Antje Kastens.

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