Spielspaß unter Auflagen

Eine Woche Regelbetrieb: Heimische Kitas ziehen erste Bilanz

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Auch in der Werdohler Kita „Momo“ um Leiterin Silke Schuster (links) läuft seit dieser Woche wieder der eingeschränkte Regelbetrieb.

Werdohl/Neuenrade/Balve – Die Kinder haben endlich ihre Freunde wieder und die Kindergärten werden zurückerobert: Seit dieser Woche läuft der eingeschränkte Regelbetrieb in den Einrichtungen.

Das bedeutet, dass alle Kinder wieder kommen können, pro Woche aber jeweils zehn Stunden weniger betreut werden. Auflagen sind natürlich auch zu beachten. 

Das erste Fazit fällt durchweg positiv aus. „Wir haben am Montag das große Chaos erwartet; das ist aber nicht eingetroffen“, sagt Carmen Püttmann, Leiterin der DRK-Kita in Balve-Langenholthausen. In der Evangelischen Kita Hummelnest in Neuenrade und dem städtischen Kindergarten „Momo“ in Werdohl verlief der Start ebenfalls erfolgreich und ruhiger als gedacht. 

Freude, wieder in der Kita zu sein

„Die Kinder haben sich großartig geschlagen“, berichtet Silke Schuster aus der „Momo“-Kita. „Es gab trotz der langen Pause keine Trennungsschwierigkeiten und alle haben sich gefreut wieder hier zu sein.“ Allerdings wurde die Einrichtung auch nicht sofort überlaufen: Von den 57 Kindern, die kommen dürften, kamen 37. In Balve waren ebenfalls nicht alle wieder da; nur in Neuenrade seien es fast alle gewesen. Die Kita-Leiterinnen nennen dafür verschiedene Gründe: Manche Familien seien noch vorsichtig, andere führen in den Urlaub und wollten das Kind erst danach wieder in den Kindergarten schicken. 

Diejenigen, die kamen, waren dagegen gut drauf: „Die Kinder, die hier sind, fügen sich super in die neue Situation ein, stellen Fragen, halten sich an die Regeln und sind einfach fröhlich“, berichtet Leiterin Danny Bexten von der Stimmung in der Kita „Hummelnest“ in Neuenrade. „Die Kinder machen sich darüber keinen Kopf und sind relativ sorglos“, sagt Carmen Püttmann. „Nur wenige sind etwas unsicher, es hängt auch davon ab, wie die Eltern mit der Situation umgehen.“ 

Bewusstsein für die Situation vorhanden

Ein Bewusstsein für die Situation gebe es allerdings schon. Man merke, dass die Eltern zu Hause mit dem Nachwuchs über das Thema sprechen: „Die Kinder achten teilweise selbst darauf, Abstand zu halten und sich öfter die Hände zu waschen“, berichtet Silke Schuster. Die Erzieherinnen sind trotzdem in der Pflicht: „Wir achten darauf, dass die Kinder in die Armbeuge niesen und husten, und desinfizieren das Spielzeug, wenn es in den Mund genommen wurde“, so Schuster weiter. 

Desinfiziert werden müssen gerade die Kontaktflächen wie Tische, Stühle, Türgriffe und Wasserhähne. Für das Personal ein erheblicher Mehraufwand: „Wir müssen uns anders aufstellen, aber das spielt sich ein“, ist Danny Bexten optimistisch, hofft aber auch dass die Situation nicht lange so bleibt. 

Keine Mitarbeiterinnen aus der Risikogruppe

Sie und Silke Schuster sind sehr froh, dass keine der Mitarbeiterinnen zur Corona-Risikogruppe gehört und deshalb ausfällt. Im DRK-Kindergarten sind dagegen zwei Fachkräfte im Homeoffice. Carmen Püttmann hat allerdings ein Ass im Ärmel: eine Springkraft, die in den Gruppen aushelfen kann, wenn es eng wird. „So kriegen wir das gut hin, auch wenn es natürlich eine Umstellung ist. Es darf jetzt nur keiner krank werden“, sagt Püttmann. 

Abstandhalten unter den Kindern funktioniere teilweise, beim Spielen aber eher schlecht. Die Gruppen müssen unter sich bleiben, so ist es vorgeschrieben. „Das ist schon eine herbe Einschränkung. Kinder sind Kinder und sollten ihre Freiheiten haben. Aber wir haben letztlich die Verantwortung und müssen aufpassen, dass sich an die Regeln gehalten wird“, betont Danny Bexten. 

Gruppen auf 15 Kinder begrenzt

Die Gruppen werden neuerdings übrigens auch als „Settings“ bezeichnet und sind in der Werdohler „Momo“-Kita auf 15 Kinder begrenzt. Masken tragen müssen die Kurzen nicht. Den Erzieherinnen ist es im normalen Betrieb freigestellt. Eltern müssen dagegen beim Holen und Bringen Masken aufsetzen. Die Laufwege über das Grundstück sind in vielen Fällen gekennzeichnet, sodass immer genug Abstand zueinander gehalten wird. 

Trotz aller Einschränkungen und allem Mehraufwand sagt Danny Bexten: „Dass die Kinder wieder ihre Freunde treffen und das gemeinsame Spielen sichtlich in vollen Zügen genießen, ist total schön. Da geht einem das Herz auf.“ Und das mache schlussendlich auch die Erzieherinnen glücklich, betont Silke Schuster. „Die Freude überwiegt, und wir haben wirklich starke Rückendeckung von unserem Träger“, lobt Carmen Püttmann.

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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