Eine Reise in die goldenen Zwanziger

Bei Sport Bathe beriet Johanna Ciechowicz rund ums Thema Sportbekleidung – stilecht im 20er-Jahre-Kleid.

WERDOHL ▪ Das ließen sich die Werdohler nicht entgehen. Am verkaufsoffenen Sonntag reiste die Stadt zurück in die Vergangenheit. Den ganzen Nachmittag lang präsentierte sich die Innenstadt im Charme der 20er und 30er Jahre.

Passend zum 75-jährigen Stadtjubiläum hatten sich die Einzelhändler in Frack und Federboa geworfen und ihre Türen geöffnet. Einen „Historischen Einkaufstag“ hatten die Veranstalter im Vorfeld versprochen – und gehalten. Nostalgische Dekorationen und ein Auge fürs Detail ließ die Geschichte wieder lebendig werden.

So berieten die Damen von Schuh Brockhaus und Sport Bathe ihre Kunden in schillernden Charlestonkleidern. Auch die Mitarbeiter des WK Warenhaus hatten sich in Schale geworfen. Anstatt auf die 20er Jahre setzen sie allerdings auf mittelalterlich-höfischen Chic. Die einfache Erklärung: „Wenn ganz Werdohl in die Vergangenheit zurück reist, sind irgendwann keine Kostüme mehr da“, verrieten die Angestellten mit einem Augenzwinkern.

Mayk und Heike Schröder präsentierte in ihrem Elektrofachhandel derweil original Radio- und Fernsehgeräte aus den frühen 50er Jahren, teilweise sogar noch funktionstüchtig. Bei Foto Atta konnten sich die Kunden im Stil der goldenen Zwanziger ablichten lassen.

Wer die guten alten D-Mark-Zeiten wieder aufleben lassen wollte, war bei Blumen Fromm richtig. Hier konnte zu Pfennigbeträgen eingekauft werden.

In der Fortuna-Apotheke hielten die Mitarbeiter originelle Heilmittel bereit, darunter nostalgische Magen-Morsellen. Besonderer Hingucker: Ein original Perkolator der am Sonntag pinnchenweise Ingwer-Elixier ausspuckte. Über 200 Jahre alt sei der, versicherte Apotheker Franz Vohle.

Bei einem Bummel durch die Stadt konnten die Werdohler außerdem auf schicke Oldtimer stoßen. Auch aus der Zeit des Stadtjubiläums, wie Michael Berger von der Württembergischen Versicherungen betonte. Er hatte die Schätzchen in die Stadt geholt.

In der Stadtbücherei lockte ein Bücherflohmarkt Leseratten und Schnäppchenjäger. Mit Unterstützung des Fördervereins der Evangelischen Grundschule gab es dort ebenfalls Waffeln, Kaffee und Kuchen.

Wer sich nach der Einkaufstour hungrig fühlte, konnte sich im Schätzkästchen stärken. Dort boten die Mitarbeiter echtes „Arme-Leute-Essen“ an: Schwarzbrot mit Schmalz, Hering und Flaschenbier.

Carolin Hüppe

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