Eine Kapelle am Waldrand

Der Rohbau der kleinen Kapelle ist bereits abgeschlossen.

WERDOHL ▪ In überwiegend katholisch geprägten Regionen des Sauerlandes findet man sie überall – am Straßenrand, an Wanderwegen oder im Wald. Für Werdohl ist das neu: An einem Wirtschaftsweg zwischen Ludemert und Distelnblech entsteht derzeit eine kleine Kapelle. Seit rund drei Wochen wird dort gearbeitet, und wenn alles einigermaßen nach Plan läuft, soll sie zum Monatswechsel von August auf September gesegnet werden.

Bauherr ist Christoph Hupertz (40) aus Heinsberg. Ihm gehört seit rund zehn Jahren ein Großteil des Waldes oberhalb von Ludemert sowie das Gehöft Distelnblech. Er bezeichnet sich selbst als religiösen Menschen. Eben weil es solche Kapellen im Werdohler Stadtgebiet nicht gibt, „war es mir seit langem ein Anliegen“, ein solches Projekt auf seinem Grund und Boden zu verwirklichen.

Die Idee nahm schließlich Gestalt an; dem Antrag auf Baugenehmigung wurde im Rathaus stattgegeben. Entstehen wird am Rande eines Eichenwaldes ein Bau mit einer Grundfläche von rund 20 Quadratmetern. Auf die Bodenplatte wurden zunächst zwei Reihen Bruchsteine aufgemauert und darauf dann Gasbeton-Steine. Die Kapelle erhält ein Satteldach mit einem kleinen Türmchen. Ob darin auch eine kleine Glocke angebracht wird, „hängt davon ab, ob ich etwas passendes finde“, verriet Christoph Hupertz.

Versehen ist das kleine Gebäude am Kopf mit einer Apsis. Dort soll später eine Marienstatue ihren festen Platz finden. Die Fenster an beiden Seiten erhalten eine Bleiverglasung, und der Eingang wird noch mit einem Vorbau versehen. Am Ende wird die Kapelle weiß verputzt. Ob der schmucke Bau später den Namen „Marienkapelle“ tragen wird oder namenlos bleibt – darüber hat sich der 40-Jährige bisher noch keine besonderen Gedanken gemacht.

Sicher scheint allerdings: Damit dieser Ort der Stille im Wald oberhalb von Distelnblech auch für Behinderte gut erreicht werden kann, denkt Hupertz darüber nach, einen Teil der Fläche vor dem Bau pflastern zu lassen.

Rainer Kanbach

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