Eine heiße Projektwoche in der Realschule

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Staunend beobachten die 40 Schüler der städtischen Realschule die Fettexplosion auf dem Vorplatz des Gerätehauses Stadtmitte. ▪

WERDOHL ▪ „Raus, raus, raus“, schallt es durch die Fahrzeughalle bis zur Straße . „Alle runter vom Vorplatz“, schreit der Leiter der Werdohler Jugendfeuerwehr Lars Dittmann. Die Sirenen heulen auf und schon fährt der Leiterwagen mit Vollgas durch das große Tor. Mitten in den Besuch der Realschüler im Feuerwehrgerätehaus Stadtmitte platzt ein Einsatz der Brandschützer.

Drei Tage lang waren 40 Jugendliche aus den sechsten bis neunten Klassen der Werdohler Schule während ihrer Projektwoche bei der Feuerwehr zu Gast. Dafür hatte sich Lars Dittmann mit Unterstützung von Wehrleiter Manfred Theile ein umfangreiches Programm einfallen lassen, das den Schülern fast alle Facetten des Dienstes bei den Blauröcken näher brachte. Hautnah waren sie dabei. Konnten mit anpacken, alles ausprobieren und drängende Fragen loswerden.

„Das war cool“, zeigte sich Dustin Hoffrecht (12) mehr als beeindruckt, als die Drehleiter sich langsam wieder der Erde näherte. Aus 30-Metern-Höhe hatte der Junge, wie seine Mitschüler, die Aussicht über Werdohl genießen dürfen. Zuvor hieß es im Gerätehaus mitmachen und nicht nur zuschauen. Einen Spreitzer zur Befreiung von eingeklemmten Personen bedienten die eventuellen Nachwuchs-Feuerwehrleute.

„Das waren Einblicke, die nicht jeder bekommt“, betonte Wehrleiter Manfred Theile zum Abschluss am Donnerstag. „Also nehmt einiges mit“, rief der Brandschützer den Schülern zu, als sie den Heimweg antraten. Einen positiven Nutzen für die Feuerwehr wollten die Werdohler Wehrleute aus der Wochenaktion ziehen. Genau dies ist ihnen gelungen. Einige Hände schnellten hoch, als Theile fragte, wer sich vorstellen könnte zur Wehr, zu kommen. „Die Resonanz war gut“, sagte auch Lars Dittmann. Er wollte allerdings noch den gestrigen Abend beim Dienst der Jugendfeuerwehr abwarten.

Auch Alina Krolow (12) konnte sich vorstellen, da mal vorbeizuschauen. Gemeinsam mit Brandmeister Kai Spielmann hob sie per einfachem Tastendruck einen tonnenschweren Ford-Transit um einige Zentimeter an. Dazu hatte sie zuvor ein sogenanntes Hebekissen unter den Wagen gelegt und daran eine Pressluftflasche angeschlossen. Dafür waren ganze 58 Bar notwendig.

Der Höhepunkt des Donnerstages war für die Schüler dann aber der Flammenball, der gegen Mittag in den Werdohler Himmel stieg. Eindrucksvoll machten die Feuerwehrleute den jungen Leuten deutlich, dass sie einen Fettbrand niemals mit Wasser löschen sollten. „Aus nur einem Liter Wasser werden in Sekundenbruchteilen 1700 Liter Wasserdampf – der zudem voller heißer Fetttropfen ist“, erklärte Lars Dittmann. Manfred Theile ergänzte: „Wer dann an der Pfanne steht, hat sein Leben lang überall Narben.“

Der Einsatz der zwölf freiwilligen Feuerwehrleute, die Lars Dittmann in dieser Woche unterstützten, war ihm noch ein besonderes Lob wert: „Wo sieht man schonmal, dass sich gleich zwölf Leute Urlaub nehmen für so eine Aktion.“

Der Einsatz, der die Aktion am Donnerstagmittag kurzzeitig unterbrach, war allerdings nur ein Fehlalarm. ▪ David Schröder

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