46 Einbürgerungen in Werdohl

Werdohl - 46 ausländische Staatsbürger, die in Werdohl leben, erhielten im vergangenen Jahr einen deutschen Pass. Das teilte das statistische Landesamt Information und Technik NRW mit. Im Vergleich zum Vorjahr stellt das ein Minus von 31,3 Prozent dar: 67 Männer und Frauen waren 2012 eingebürgert worden.

Wer die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen möchte, muss eine Reihe von Unterlagen beim Werdohler Standesamt einreichen. Dazu gehören neben dem gültigen Nationalpass und der Geburtsurkunde auch Zeugnisse, ein handgeschriebener Lebenslauf sowie eine Aufenthaltsbescheinigung des Einwohnermeldeamtes.

Auch dass sie ihren Lebensunterhalt alleine bestreiten können, müssen die Antragsteller nachweisen und dazu ihre Verdienstabrechnungen der vergangenen drei Monate vorlegen. „Wer nicht in Deutschland zur Schule gegangen ist, muss außerdem einen Nachweis über den Sprach- und den Einbürgerungstest mitbringen“, nennt Bettina von Kalle vom Standesamt eine weitere wichtige Voraussetzung.

62 Anträge auf Einbürgerung seien 2013 beim Werdohler Standesamt eingegangen, teilt die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung mit. Die größte Gruppe der Antragsteller – 39 Männer und Frauen – habe vorher einen türkischen Pass besessen. Sieben hatten die spanische Staatsbürgerschaft, drei die serbische und je zwei die griechische, kamerunische und kasachische. Einen russischen, libanesischen, bulgarischen, sri-lankischen, polnischen, italienischen und kosovarischen Pass hatte je ein Einbürgerungswilliger.

Warum von den 62 Anträgen nur 46 bewilligt wurden, kann Bettina von Kalle nicht sagen. „Die Entscheidung trifft der Märkische Kreis. Das Standesamt nimmt nur den Antrag entgegen und prüft, ob alle Unterlagen vorliegen“, erläutert die Verwaltungsmitarbeiterin das Prozedere. Es könne allerdings sein, dass über einige der 62 Einbürgerungswünsche noch gar nicht entschieden sei.

Das bestätigt auch Achim Schirmer vom Märkischen Kreis, der für die Einbürgerungsanträge aus Werdohl zuständig ist. Rund drei Monate müssten Antragsteller im Schnitt auf eine Entscheidung warten. Anträge von Anfang Dezember könnten also durchaus noch offengeblieben sein und erst in die Statistik des laufenden Jahres einfließen.

Wenn er einen Antrag ablehnen müsse, seien häufig mangelnde Deutschkenntnisse der Grund, sagt Schirmer. Doch auch wer noch nicht lange genug in Deutschland gelebt hat, bekommt keinen deutschen Pass. „Die Antragsteller müssen acht Jahre lang rechtmäßig in Deutschland gelebt haben“, erklärt der Mitarbeiter des Märkischen Kreises. Die Zeit, in der ein Asylverfahren läuft, könne nicht mitgerechnet werden. Das wüssten manche nicht; sie würden deshalb zu früh ihren Einbürgerungsantrag einreichen. - cra

Rubriklistenbild: © dpa

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