Ein Einblick in Männerberufe: Girls' Day bei Kracht und Modellbau Harbecke

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Bei Kracht: Angelina Starke, Julia Uerpmann, Büsra Bulut, Hannah Belecke, Sirin Kati, Heiko Zahn, Laura Götter, Lina Krähahn, Hannah Rausch, Ann-Christin Bethke, Alina Hartlieb, Jannis Ormeloh, Chiara Stella Gizdon, Beyza Delgezenli, Sudem Solom (von links).

Werdohl - Elf Mädchen bekamen am Donnerstag bei Kracht einen Einblick in gleich mehrere verschiedene Männerberufe. Das Unternehmen nahm in diesem Jahr nach einer mehrjährigen Pause erneut an dem Mädchen-Zukunftstag teil.

„Das war das erste Mal, dass wir den Tag so groß aufgezogen haben“, erzählt Werkstudentin Julia Uerpmann. Sie ist in dem Unternehmen für die kaufmännische Ausbildung und die Personalentwicklung verantwortlich. Gemeinsam mit Jannis Ormeloh der den organisatorischen und fachmännischen Teil der gewerblichen Ausbildung zur Aufgabe hat, plante sie den Tag, der den Mädchen viele neue Eindrücke verschaffen sollte.

„Mir hat es gut gefallen, dass wir etwas selber machen durften“, war wohl in der Feedback-Runde die häufigste Antwort. Nach einer kurzen Präsentation über die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten bei Kracht und einem Rundgang durch alle Bereiche des Unternehmens durften die Mädchen im Alter von elf bis 15 Jahren in drei Kleingruppen direkt an den Maschinen arbeiten. „Sie haben die Teile gemessen, entgratet, die Maschinen bestückt und die Mitarbeiter mit Fragen gelöchert“, erzählte Personalleiter Benjamin Schäfer der den Girls’ Day ebenfalls betreute. Gleich bei der Begrüßung hatte Geschäftsführer Heiko Zahn den Mädchen mit auf den Weg gegeben, jederzeit Fragen zu stellen. „Denn dafür ist dieser Tag da.“

Für Schäfer war besonders wichtig, den Mädchen einen möglichst umfassenden Einblick zu bieten. „Ein Unternehmen hat immer zwei Bereiche. Die Produktion ist dabei sehr männerlastig, weshalb wir den Fokus darauf gelegt haben“, erklärt er. In der Schule würden den Jugendlichen außerdem ihre Möglichkeiten zu selten aufgezeigt. „Wir möchten den Mädchen zeigen, was alles machbar ist“, sagt Schäfer.

Der Verlauf des diesjährigen Girls’ Days war für die elf Schülerinnen ein Erfolg: „Es wurde gleich mehrfach nach einem Schülerpraktikum gefragt“, sagte Uerpmann.

Girls’ Day bei Modellbau Harbecke

Was ihr Vater so den ganzen Tag bei Modellbau Harbecke macht, konnte sich am Donnerstag Stella Trapmann ganz genau anschauen. Die Neuntklässlerin, die das Burg-Gymnasium in Altena besucht, verbrachte ihren Mädchen-Zukunftstag mit ihrem Vater Rolf Trapmann auf der Arbeit.

Ab 7 Uhr konnte die 15-Jährige in den Beruf des Modellbauers hineinschnuppern. Die Firma Harbecke stellt beispielsweise Prüflehren für Teile der Automobilindustrie her. „Ganz neu ist das alles nicht mehr für sie, sie ist schon öfter mit zur Arbeit gekommen“, erzählt Rolf Trapmann.

Am Donnerstag jedoch konnte sie selbst tätig werden und ihrem Vater helfen, Kunststoffblöcke zu schneiden und diese mit Werkzeugen bearbeiten. Auch beim Programmieren der großen Fräsmaschine durfte sie ihrem Vater über die Schulter schauen. „Die viele Technik hat mich beeindruckt. Ich finde es faszinierend, dass die Fräse genau das macht, was man ihr sagt“, zeigt sich Stella Trapmann beeindruckt. Es sei eine gute Erfahrung gewesen und der Beruf auch sehr anstrengend und anspruchsvoll.

Viel an ihrer Zukunft geändert habe der Tag jedoch nicht für sie: „Es war sehr interessant, einmal ein anderes Berufsfeld kennenzulernen. Ich habe mich zwar noch nicht festgelegt, was ich werden möchte, aber eine grobe Richtung hatte ich schon gefunden. Ich möchte gerne etwas Soziales mit Menschen machen. Daran hat sich auch nichts geändert“, sagt sie. Zunächst werde aber erst einmal das Abitur in Angriff genommen.

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