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Überholmanöver endet in Frontal-Crash: Trümmerfeld und ein großer Schutzengel

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Von: Markus Klümper

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Auf dem Werdohler Höhenweg prallten die beiden Autos frontal aufeinander.
Auf dem Werdohler Höhenweg prallten die beiden Autos frontal aufeinander. © Markus Klümper

Ein Überholmanöver auf dem Höhenweg endete am Samstagabend mit einem schweren Frontalzusammenstoß.

Werdohl - Wegen des Großbrandes in Neuenrade heulten die Sirenen im Lennetal ohnehin immer wieder, da wurde um 21.18 Uhr die Feuerwehr auch auf den Nordheller Weg alarmiert.

Trümmerfeld an der Unfallstelle

Aufgrund der Meldung „Eingeklemmte Person“ mussten die Einsatzkräfte des Löschzugs Kleinhammer sowie der Löschgruppe Brüninghaus mit Schlimmsten rechnen. Das Trümmerfeld an der Unfallstelle oberhalb der Einmündung zur Fichtenstraße zeugt von dem Schutzengel, den beide Unfallbeteiligte hatten.

Als die Feuerwehr an der Einsatzstelle eintraf, hatten bereits beide Autofahrer ihre Fahrzeuge verlassen. Niemand war eingeschlossen oder gar eingeklemmt gewesen. Polizisten betreuten die Verletzten bereits. Zwar wurde der Unfallverusacher stationär im Krankenhaus aufgenommen, doch sein Gesundheitszustand ist nach Aussage der Polizei auch nicht dramatisch.

Die Feuerwehrleute konnten sich auf Routine-Aufgaben beschränken: Die Unfallstelle abzusichern und auszuleuchten, Batterien abklemmen, ausgelaufene Betriebflüssigkeiten unschädlich machen und den Brandschutz sicherzustellen. 

Trotz Verbots zwei Autos überholt

Der Sachschaden beträgt nach Angaben der Polizei rund 9000 Euro. Der Toyota Corolla des 23-jährigen Unfallverursachers ist völlig zerstört, vermutlich gilt das auch für den BMW 335i Cabrio des 21-jährigen, der ihm bergauf entgegenkam. Während der eigentliche Unfallhergang unter anderem durch Zeugenaussagen klar ist, ist der Auslöser dafür noch unklar.

Fest steht: Der aus Iserlohn stammende Toyoto-Fahrer hatte auf der letzten Etappe des Höhenwegs in Richtung Werdohl zwei Autos überholt, als ihm der BMW entgegenkam. Dessen Fahrer bremste - der Iserlohner möglicherweise nicht.

Erste Aussagen wegen Schocksituation nicht verwertbar

Bei einer ersten Vernehmung hatte der Verursacher gegenüber der Polizei Angaben gemacht, die zwar sein Fahrverhalten erklären würden. Die Aussagen seien aber so abstrus, dass die Polizei die Aussage aufgrund der Schocksituation kaum für verwertbar hält. In jedem Fall hätte dem jungen Mann klar sein müssen, dass an dieser Stelle nicht überholt werden darf: „Es gilt mit dem Zeichen 295 dort ein Überholverbot“, hieß es von der Polizei. Dabei handelt es sich um eine gut erkennbare durchgezogene Linie.

Höhenweg für zwei Stunden voll gesperrt

Welchen Einfluss die gefahrene Geschwindigkeit auf das Schadensbild hat, konnte die Polizei auf Anhieb nicht bestimmen: „Von dem BMW haben wir Bremsspuren, vom Corolla nicht“, erklärt der Polizei-Einsatzleiter an der Unfallstelle. Erlaubt sind Tempo 50. Dass einer oder beide Unfallbeteiligte schneller waren, vermutet die Polizei nicht, will es aber ohne Auswertung der Spuren allerdings auch nicht ausschließen. Der Höhenweg blieb für die Dauer von Rettung und Unfallaufnahme für etwa zwei Stunden voll gesperrt. Die Fahrgäste eines Flix-Busses mussten viel Geduld aufbringen, da der Unfall unmittelbar vor ihnen passierte. Um 23.23 Uhr war die Landstraße 655 dann wieder frei.

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