Streit um verkaufsoffenen Sonntag

„Ein schlechter Tag für Werdohl“: Rat und Bürgermeisterin kritisieren Verdi

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Zum Weihnachtsmarkt auf dem Brüninghaus-Platz blieben die Geschäfte in Werdohl geschlossen.

Werdohl - In der letzten Ratssitzung des Jahres fuhr der SPD-Fraktionsvorsitzende Wilhelm Jansen seine übliche Attacke gegen die Bürgermeisterin. Dieses Mal ging es um das Debakel, das die Gewerkschaft Verdi auf dem Werdohler Weihnachtsmarkt angerichtet hatte.

Zwar sah Jansen die unmittelbare Verantwortung für die Absage des verkaufsoffenen Sonntags bei der Gewerkschaft, zielte aber darüber hinaus auf Bürgermeisterin Silvia Voßloh. 

„Was haben Sie, Frau Bürgermeisterin, dafür getan, dass der verkaufsoffene Sonntag stattfindet? Man hätte ein engagierteres Vorgehen der Bürgermeisterin erwarten können“, gab sich Jansen „empört“. Jansen verdächtigte die Verwaltung, Fehler gemacht zu haben. 

Alle Ansprüche von Verdi erfüllt

Für die Verwaltung antwortete Fachbereichsleiter Michael Grabs, er stellte noch einmal den genauen Ablauf der Streitigkeiten mit der Gewerkschaft dar. Die Verwaltung habe alle Ansprüche von Verdi an die Satzung für den verkaufsoffenen Sonntag erfüllt, so Grabs. Die Hausjuristin habe sich enorm eingesetzt.

 Letztlich habe Verdi „nicht erklärt, dass sie die neue Satzung nicht beanstanden“ werden. Weil zwei Tage vor dem Sonntag keine Rechtssicherheit herzustellen gewesen sei, habe sich die Verwaltung entschieden, den Sonntag abzusagen. 

Einladung an Verdi für 2019

Der CDU passte es nicht, dass Jansen der Bürgermeisterin die Schuld in die Schuhe schieben wollte. Verdi solle für das nächste Jahr in den Rat eingeladen werden. Fraktionsvorsitzender Ohrmann setzte eine Spitze gegen die SPD: „Das sollte vielleicht die Partei tun, die der Gewerkschaft am nächsten ist. Wir sind das nicht.“ 

Am Ende sagte auch Bürgermeisterin Voßloh etwas zum Thema. Der Tag der Rettungskräfte und der Kulturtag seien von Verdi unbeanstandet geblieben, sie habe keine Ahnung gehabt, warum Verdi „kurz vor knapp“ die Sonntagsöffnung am Weihnachtsmarkt gekippt habe. Voßloh: „Das war ein schlechter Tag für Werdohl.“ 

Plassmann platzt fast der Kragen

Für das nächste Mal werde sie und die Verwaltung alles daran setzen, in Verhandlungen mit Verdi gemeinsam eine Lösung zu suchen. 

Jansen ließ nicht locker: „Die Bürgermeisterin hätte Verdi viel früher ins Boot holen müssen, ich bleibe bei meinem Vorwurf.“ Daraufhin platzte dem CDU-Ratsherrn Christoph Plassmann fast der Kragen: „Ich hätte mir von der SPD gewünscht, den schwarzen Peter nicht an die Bürgermeisterin zu schieben.“ Daraufhin sagte Jansen, so habe er das gar nicht gemeint. Was er jetzt wirklich gemeint hat, ließ sich nicht klären, die Debatte wurde geschlossen.

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