Zum 20-jährigen Bestehen

Ein Lexikon feiert Geburtstag: Das verrät Wikipedia über Werdohl

Umfangreich sind die Informationen, die es bei Wikipedia zur Stadt Werdohl gibt. Sie zeugen von einer bewegten Geschichte. Die Online-Enzyklopädie gibt Auskünfte über die wichtigsten Personen und Bauwerke.
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Umfangreich sind die Informationen, die es bei Wikipedia zur Stadt Werdohl gibt. Sie zeugen von einer bewegten Geschichte. Die Online-Enzyklopädie gibt Auskünfte über die wichtigsten Personen und Bauwerke.

Das Internet-Lexikon Wikipedia feiert seinen 20. Geburtstag und Werdohl feiert mit. Denn die Stadt ist mit zahlreichen Einträgen in dem Lexikon vertreten. Ein Überblick.

Werdohl – Die Online-Enzyklopädie Wikipedia feiert am Freitag, 15. Januar, ihren 20. Geburtstag. Auch Werdohl hat es in dem bekannten Nachschlagewerk zu einigen Einträgen geschafft. Wer im Suchfeld den Namen der Stadt eingibt, der erhält eine Liste von 422 Ergebnissen. Dabei handelt es sich allerdings nicht in allen Fällen um Artikel, die in direkter Weise die Stadt an Lenne und Verse thematisieren, einige streifen Werdohl nur entfernt, wenn es zum Beispiel um den Geburtsort bekannter Persönlichkeiten wie Profifußballer Onur Bulut geht, der mittlerweile in der Türkei spielt.

Es gibt viele Einträge zu wichtigen Personen der Stadtgeschichte wie Alfred Colsman, einst Generaldirektor des Zeppelin-Konzerns, oder Künstler Paul Seuthe. Darüber hinaus finden sich zahlreiche Einträge zu bekannten Baudenkmälern und landschaftsprägenden Elementen. Wer sich mit bestimmten Themen wirklich auskennt, wird feststellen: Die Werdohler Einträge bei Wikipedia sind längst nicht immer auf dem neuesten Stand. Zum Beispiel den Ahe-Hammer an der Stadtgrenze zu Herscheid betreffend, sind die letzten Infos aus 2016.

Wikipedia-Stammtisch

Unter anderem, um die Informationen auf dem neuesten Stand zu halten, hat sich vor mehr als zehn Jahren in Arnsberg der Wikipedia-Stammtisch Sauerland gegründet. Seitdem ist die Gruppe weit mehr als 40 Mal zusammen gekommen, zuletzt im Februar 2020. Anschließend waren coronabedingt keine weiteren Treffen möglich. Die Schreiber spüren neue Themen auf, die noch nicht ausreichend betreut wurden und aktualisieren je nach Bedarf die Fotos von Gebäuden und Kunstwerken. Um dies treffend in Worte fassen zu können, besuchen sie auch die Städte in ihrem Einzugsbereich. So waren die Wikipedianer 2017 auch in Werdohl und machten sich mit Geschichtsbummler Udo Böhme auf einen Stadtrundgang

Lenne

Einen Artikel gibt es bei Wikipedia unter anderem zur Lenne, die das Stadtbild prägt. Die Lenne fließt durch Werdohl in Richtung Altena in Form eines W – das sich auch im Logo der Stadtverwaltung wiederfindet. Laut Wikipedia ist die Lenne „ein 129,1 Kilometer langer, südöstlicher Nebenfluss der Ruhr in Nordrhein-Westfalen. Mit einem durchschnittlichen Abfluss von 30,1 Kubikmeter pro Sekunde ist sie wasserreichster und damit wichtigster Zufluss der Ruhr. Zwecks Stromerzeugung ist die Lenne an vielen Stellen aufgestaut.“ Ihren Ursprung hat die Lenne im Hochsauerland im Rothaargebirge, auf etwa 825 Metern über dem Meeresspiegel.

Viadukt Ütterlingsen

Das Bahnviadukt in Ütterlingsen ist eines der Wahrzeichen Werdohls. Weil die Deutsche Bahn die Pflege des Bauwerks über die Lenne bisweilen sehr vernachlässigt und die große Sanierung immer wieder verschoben hat (jetzt voraussichtlich ins Jahr 2025), ist das Viadukt in Werdohl ein häufig präsentes und wiederkehrendes Thema. Bei Wikipedia finden sich allerdings nicht allzu viele Informationen zu der Brücke, einen eigenen Eintrag gibt es nicht. In allgemeinen Text zu denkmalgeschützen Bauten heißt es lediglich: „Die Bahnbrücke gehört zur Eisenbahnstrecke der zweigleisigen Ruhr-Sieg-Bahn von Hagen nach Siegen. Das Viadukt wurde von 1863 bis 1865 errichtet. Es besteht aus vier Segmentbögen, die auf Strompfeilern ruhen und ist aus Quadermauerwerk errichtet. Seit 1988 ist das Viadukt ein Baudenkmal der Stadt.“

Wasserkraftwerk Wilhelmsthal

Auch das Wasserkraftwerk Wilhelmsthal liegt an der Lenne und ist bei Wikipedia mit einem eintrag verewigt. Dieser gibt zwar ebenfalls nur die nötigsten Informationen preis, man erfährt aber unter anderem, dass es im Jahr 1961 erbaut wurde und mittlerweile unter Denkmalschutz steht. „Bei einer Fallhöhe von 3,65 Metern erreichen zwei Turbinen zusammen 600 Kilowatt Leistung“, erhält der Leser Informationen zur Stromerzeugung. 2011 wurde das Kraftwerk durch Mark-E saniert.

Ahe-Hammer

Nicht mit dem Wasser der Lenne, sondern mit dem der Verse wurde seinerzeit der Ahe-Hammer betrieben. Wikipedia verrät, dass das Gebäude, das sich im Bereich der Stadtgrenze zu Herscheid befindet, denkmalgeschützt ist. „Das Gebäude ist ein Schauobjekt und beherbergt ein betriebsfähiges, vollständig erhaltenes Hammerwerk, in dem Osemundeisen hergestellt wurde. Neben dem Hammer sind die Schreibstube, die Schlafstube für die Schmiede und der Kohlenbunker erhalten“, heißt es auf der Plattform. Im 16. Jahrhundert errichtete die Unternehmerfamilie Brüninghaus die ursprüngliche Hammerschmiede. Der Hammer in seiner heutigen Form wurde 1884 errichtet, er blieb bis 1941 in Betrieb und gehörte bis 2013 zu ThyssenKrupp.

Rathaus

Zum historischen Rathaus an der Goethestraße finden sich bei Wikipedia viele Zahlen und Fakten. Unter anderem ist zu erfahren, das das Gebäude 1912 fertiggestellt wurde. Es diente zunächst als Ledigenheim, in dem Arbeitnehmer verschiedener Fabrikanten untergebracht waren. „Insgesamt konnten dort 145 Arbeiter wohnen“, heißt es im Artikel. 1927 wurde das Gebäude schließlich zum Amtshaus der damaligen Gemeinde Werdohl und nach dem Erhalt der Stadtrechte 1936 offiziell zum Rathaus.

Bahnhof

Auch zur Geschichte des Bahnhofes gibt es bei Wikipedia einiges zu erfahren. So findet sich die Information, dass im Januar 2011 das ehemalige Stellwerk des Bahnhofs abgerissen wurde. „Es war das ehemals modernste Stellwerk seiner Entstehungszeit gewesen“, heißt es im Text. „Seit die Schaltung der Weichen und Signale vom Hagener Hauptbahnhof aus gesteuert wird, stand das Stellwerk leer.“ Von Juli 2011 bis 2013 wurde das Bahnhofsgebäude aufwendig saniert. „Das Bauvolumen betrug rund 2,9 Millionen Euro“, beziffert die Enzyklopädie. Im Keller des Bahnhofsanbaus befindet sich das Stadtarchiv.

Kirchen

Zur Christuskirche in der Innenstadt findet sich bei Wikipedia lediglich ein Foto. Nachzulesen ist dagegen etwas zu ihrer Vorgängerin, der Kilianskirche. Die alte Kilianskirche war eine spätromanische Hallenkirche. Sie wurde um 1250 errichtet und stand inmitten eines Friedhofes. Um 1874 wurde sie wegen Baufälligkeit abgebrochen. Zu finden sind auch Informationen zur anderen Kirche in Werdohl, der katholischen Pfarrkirche St. Michael aus dem Jahr 1901.

Haferkasten

Zum Haferkasten in Pungelscheid, einem ehemaligen Getreidespeicher, gibt es bei Wikipedia zwar mehrere Fotos, allerdings finden sich keine weiterführenden Informationen.

So denkt AEG-Schulleiter Sven Stocks über Wikipedia

Schüler gehören zu der Personengruppe, die wohl tendenziell am meisten mit Wikipedia zu tun haben dürfte. Was meint der Gesamtschulleiter Sven Stocks zum Online-Lexikon? Wir haben nachgefragt.

Was halten Sie von der Wikipedia und wo liegen Stärken?
Als Schule stehen wir dem Portal positiv gegenüber, gerade dann, wenn sich Schüler einen Überblick über ein Thema verschaffen sollen. Bei Internetrecherchen ist es für viele die erste Anlaufstelle. Meistens taucht Wikipedia bei Google-Suchen auch ganz oben auf. Großer Vorteil ist, dass es kostenlos und ziemlich aktuell ist. Das hat es Lexika in gebundener Form voraus. Dem klassischen Brockhaus hat es den Rang abgelaufen. Ich besitze selbst auch keinen mehr.
Gibt es auch Nachteile?
Als Biologielehrer weiß ich, dass es bei Wikipedia oft darauf ankommt, um welches Thema es geht und wer einen Beitrag verfasst hat. Manche Einträge sind speziell oder gehen stark ins Detail, sodass sie für Schüler, die den fachlichen Background noch nicht haben, schwer zu verstehen sind. Ich verwende zum Beispiel lieber Texte, die pädagogisch besser aufbereitet sind. Standard-Quelle sollte das Portal daher nicht sein.
Dürfen Schüler Wikipedia also nutzen?
Ja, natürlich. Wichtig ist, dass sie sich nicht auf die erstbeste Quelle verlassen, sondern die Informationen gegenchecken. Ihnen das zu vermitteln, ist ein wichtiger Teil unseres Lehrauftrags.

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