1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Werdohl

Ein Jahr nach der Flut ist beliebtes Café im Lennetal wieder geöffnet

Erstellt:

Von: Volker Griese

Kommentare

Etwa einen Meter hoch habe das Wasser in ihrer Kaffeedeele gestanden, zeigt Veonika Deichmann (links) an, als sie mit ihrer Tochter Antje Deichmann auf die Unwetterkatasterophe zurückblickt.
Etwa einen Meter hoch habe das Wasser in ihrer Kaffeedeele gestanden, zeigt Veonika Deichmann (links) an, als sie mit ihrer Tochter Antje Deichmann auf die Unwetterkatastrophe zurückblickt. © Volker Griese

Der ehemalige Hof von der Crone in Dresel war am 14. Juli 2021 eines von vielen Gebäuden in Werdohl, die den Fluten zum Opfer fielen. Seit 2012 betrieb Veronika Deichmann (75) mit ihrem Ehemann Arnold (85) dort die „Dreseler Kaffeedeele“, dann kam das Hochwasser und zerstörte die komplette untere Etage samt privatem Wohnzimmer und Küche sowie Innenhof, Garten und Auto.

Werdohl ‒ Die Lage des Hofes in einer Senke zwischen der B 236 und der Straße An der Tumpe führte dazu, dass Wasser und Schlamm in unvorstellbaren Mengen in Haus und Hof gedrückt wurden. Veronika und Arnold Deichmann mussten in die obere Etage flüchten, die vom THW zur Verfügung gestellt Verpflegung mit einem Korb nach oben ziehen.

Die Deichmanns traf die Katastrophe bis ins Mark. „Danach wollte ich eigentlich aufhören“, gibt Veronika Deichmann angesichts des immensen Schadens zu, dass sie der Mut verlassen hatte. Die folgende Welle der Hilfsbereitschaft habe sie aber umgestimmt. Also machten sich die Eigentümer mit vielen Helfern an die Arbeit, auf einer Fläche von 250 Quadratmetern alles zu reinigen. „Viele Ecken musste ich wirklich mit der Zahnbürste sauber machen“, blickt Veronika Deichmann zurück.

„Die Küche war aber komplett hin“, erzählt sie weiter. Ihr Mann Arnold habe die vielen antiken Möbel des urigen Cafés vom Schlamm befreien müssen. Tische, Stühle und Schränke hatten neu lackiert oder gewachst werden müssen. Auch der hübsche Bauerngarten, in dem Gäste an Sommertagen gerne sitzen, musste gesäubert und teilweise wieder hergerichtet werden.

Nach knapp einem Jahr hat die Dreseler Kaffeedeele Anfang Juli wieder eröffnen können. „Aber es ist noch nicht alles wieder fertig, das geht ja auch gar nicht“, sagt Veronika Deichmann. Eine Versicherung, die die Schäden bezahlt hätte, gab es nicht. Immerhin haben die Deichmanns aber Hilfen vom Land bekommen – und von vielen Freunden und Bekannten. Und eine Lehre nehmen sie aus der Katastrophe mit: „Wir werden unsere Einfahrt besser sichern.“ Dort strömten die Wassermassen aufs Grundstück und ins Haus.

Auch interessant

Kommentare