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Übung: Chemieunfall in der Schule

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Von: Carla Witt

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Ein Großaufgebot der Feuerwehr war am Sonntagmorgen am Riesei.
Ein Großaufgebot der Feuerwehr war am Sonntagmorgen am Riesei, um den Ernstfall zu proben. © Carla Witt

Ein großes Feuerwehraufgebot war am Sonntag an der Gesamtschule in Aktion.

Werdohl – In ABC-Schutzanzügen nehmen zwei Feuerwehrmänner ihre Kameraden in Empfang, die mit Atemschutzgeräten die Lage im Schulgebäude erkundet haben. Möglichst schnell werden sie von ihrer Ausrüstung befreit, damit in der mobilen Dekontaminierungsdusche gefährlichen Verunreinigungen entfernt werden können:

Noch wissen die Einsatzkräfte nicht, welcher Stoff in einem der Chemieräume der Albert-Einstein-Gesamtschule freigesetzt wurde. Doch zum Glück ist das Szenario am Sonntagmorgen nur gestellt.

50 Einsatzkräfte vor Ort

Mehr als 50 Feuerwehrleute beteiligten sich an dieser besonderen Übung, die Hauptbrandmeister Rüdiger Fenner und Brandmeister Alexander Butzelar vorbereitet hatten. Dabei hatten sie einen weiteren Helfer: den Chemiker Dr. Olaf Scheffler, Fachberater Chemie und Mitglied der Feuerwehr Neuenrade. Er hatte Chemikalien mitgebracht und sorgte dafür, dass sich in der Schule tatsächlich Schwefeldioxid bildete.

Unfall im Chemieraum

Davon wussten die 29 Feuerwehrmänner und -frauen des Löschzuges Kleinhammer und der Löschgruppe Brüninghaus aber noch nichts, als sie kurz nach 8 Uhr durch die Brandmeldeanlage der Gesamtschule alarmiert wurden. Unter Atemschutz erkundete ein Trupp zunächst die Schule, stellte fest, dass im Chemieraum offensichtlich Textilien gebatikt worden waren – und dabei wohl etwas schief gelaufen war. Umgehend forderten sie den Löschzug Eveking an, der im gesamten Stadtgebiet für den ABC-Schutz zuständig ist. Parallel dazu sperrte die Feuerwehr den Einsatzbereich ab, damit sich kein Unbeteiligter in die Gefahrenzone begeben konnte.

Die Vorgehensweise üben

„Oberste Priorität war herauszufinden, um welchen Stoff es sich handelt“, berichtet Alexander Butzelar. Das sei den Einsatzkräften durch fachgerechte Messungen, Recherchen am Computer und ein Ausschlussverfahren gelungen. Auch alle anderen Ziele, die sie vorher formuliert hatten, seien erreicht worden. „So eine Übung ist grundsätzlich zum Lernen gedacht“, unterstreicht Rüdiger Fenner. Im Ernstfall könne nichts ausprobiert werden, da müsse jeder Handgriff sitzen. „Das ist bei einer Übung aber etwas anderes. Es geht dabei in erster Linie nicht um Schnelligkeit, sondern darum, die grundsätzliche Vorgehensweise genau zu kennen und eventuell auch noch etwas zu verbessern.“ Wichtig sei auch, dass sich die Wehr besonders in den großen städtischen Gebäuden zurechtfinde. Dafür seien nicht nur Übungen erforderlich, sondern auch die gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Stadt. „Das hat gut funktioniert“, lobte Alexander Butzelar.

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