„Ein Tag der Erinnerung“

Zur Kranzniederlegung und zum Gedenken der Opfer beider Weltkriege versammelten sich gestern Morgen die Abordnungen der Werdohler Feuerwehr und des Schützenvereins am Mahnmal an der Freiheitstraße.

WERDOHL ▪ Die Herbstsonne tauchte die Kulisse an der Freiheitstraße in ein warmes Licht, als sich hier am Mahnmal Abordnungen von Schützenverein, Feuerwehr und Marinekameradschaft versammelt hatten. Schweigend und zum friedlichen Gedenken an die Opfer von Kriegen und Gewalttaten, von Wiederstand und Vertreibung. Von Simone Benninghaus

„Der Volkstrauertag ist ein Tag, der die Menschen zusammen hält, der mahnen soll und uns an unseren Auftrag und unsere Pflicht erinnert, das Leben bedingungslos zu achten“, sagte Pater Irenäus Wojtko, der in seiner Rede zu Verständigung, Toleranz und Frieden aufrief.

Im Fernsehen sei Krieg leise. „Aber das ist er nicht. Krieg ist laut mit Schreien der Angst, des Schmerzes und Schreien des Todes – gefolgt vom Schweigen der Trauer“, zeichnete Pater Wojtko das grausame Bild, das entsteht, wenn Menschen ihre Machtkämpfe mit Waffen austragen. Krieg haben viele Menschen, die heute noch leben, selbst miterlebt. Daher gehöre der Volkstrauertag der Erinnerung an die Menschen, die ihr Leben nicht leben durften und um die Hinterbliebene trauern, so Wojtko. „Die Überlebenden mussten lernen, mit den schrecklichen Bildern umzugehen. Sie mussten einen Weg finden, weiter zu machen“, so der Geistliche. Kaum könne man nachspüren, wie viel Kraft und Mut dazu gehört.

Die Geschichtsbücher seien voll von erschreckenden Opferzahlen, „aber diese Zahlen sagen nichts über das Leid des einzelnen und über den Schmerz und der Trauer der Hinterbliebenen. Vor diesem Hintergrund mahnte Wojtko an die Ehrfurcht vor dem Leben. Menschenwürde und Achtung des anderen dürften nicht verloren gehen, sagte der Pater und zitierte die Worte von Papst Johannes Paul II am Abend vor dem Beginn des Irakkrieges im Jahr 2003: „Krieg ist immer eine Niederlage der Menschen und niemals ein unabwendbares Schicksal. Wojtko mahnte vor diesem Hintergrund an den Auftrag, das Leben des anderen bedingungslos zu achten.

Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkfeier an der Freiheitstraße von den Männerchören Werdohl 1847/91, Lenne-Verse und Verse-/Ahetal unter der Leitung von Herbert Wilberg sowie vom CVJM Posauenchor unter der Leitung von Eugen Naumow.

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